Giengen / pm Kritisch äußert sich jetzt auch der Verkehrsclub Deutschland (VCD) zum geplanten Giengener Industriepark A7.

Kritisch äußert sich in einer Pressemitteilung jetzt auch der Verkehrsclub Deutschland (VCD) zum geplanten Giengener Industriepark an der A 7. Befürchtet wird mehr Verkehr und eine steigende Umweltbelastung. „Alles andere als nachhaltig“ kritisiert der VCD-Kreisvorsitzende Gerd Schweizer das Vorhaben in Nachbarschaft zum bereits bestehenden I-Park. Nach der Heidenheimer Rinderberg-Abholzung solle hier nun eine noch weit größere, bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche für eine Gewerbeansiedlung an der Autobahn geopfert werden. Der bereits bestehende Industriepark an der A 7 umfasse bereits 32,5 Hektar. Bisher sei das neu geplante Gebiet mit seinen 40 Hektar im Regionalplan noch als „Schutzbedürftiger Bereich für Landwirtschaft und Bodenschutz“, sowie als „Regionaler Grünzug“ ausgewiesen.

Nur LKW-Verkehr

Der VCD sieht den Standort aus verkehrlichen Gründen als problematisch an, da dort kein Gleisanschluss möglich ist. Der zusätzliche Güterverkehr könne nur durch LKWs abgewickelt werden. Dabei seien viele Autobahnen und Straßen in Deutschland bereits heute überlastet. „Politiker reden gerne von der Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene. Stattdessen tragen die Kommunalpolitiker im Landkreis durch ihre verfehlte Gewerbeansiedlungspolitik zu noch mehr Staus und Umweltschäden durch LKW-Verkehr bei“, so Schweizer. Besonders die Ansiedlung weiterer Logistikbetriebe wird vom VCD kritisch gesehen. Im bisherigen Industriepark seien bereits zwei Speditionen vertreten und in Herbrechtingen erweitere eine weitere Spedition ihren Standort. „Wie viele Logistikbetriebe brauchen wir denn noch?“, fragt Schweizer. Der zunehmende LKW-Verkehr werde sicher auch zu stärkerem Verkehr auf den Straßen im Umkreis führen. Der VCD befürchtet insbesondere, dass LKW Richtung Westen nicht über die Autobahn, sondern ihren Weg durch Gerstetten, Heidenheim oder Heuchlingen abkürzen könnten.

Verlust von Ackerboden

Im bisherigen I-Ppark seien bisher rund 340 Arbeitsplätze entstanden. „Bei einer Fläche von gut 32 Hektar ist das nicht gerade berauschend“, meint Schweizer. Daher sei fraglich, ob die erhofften über 1000 Arbeitsplätze beim neuen Giengener I-Park tatsächlich entstehen. Dagegen stehen für den VCD stark zunehmender LKW-Verkehr mit negativen Auswirkungen und der Verlust wertvollen Ackerbodens. Der Verkehrsclub stellt die Frage: „Lohnt sich das wirklich?“ Um Gewerbeansiedlungen in vernünftigem Maßstab zu ermöglichen, wäre für den Verband ein regionales Flächenmanagement denkbar, das großflächige Gewerbeflächen nur noch an Standorten mit Schienenanschluss vorsieht.