Giengen / Silja Kummer Ein voller Erfolg war das erste Treffen für historische Traktoren in Hohenmemmingen, bei dem viele Schätze aus Garagen und Scheunen zu sehen waren.

Helmut Bader strahlte. Der Initiator des ersten Hohenmemminger Oldtimertreffens für Traktoren war sich schon kurz nach der Mittagszeit sicher, dass seine Veranstaltung ein voller Erfolg geworden ist. 100 Teilnehmer hatte er sich gewünscht, 130 Fahrzeuge sind es geworden, die auf der Wiese am Ortsausgang präsentiert worden sind. Und auch die Besucher kamen sehr zahlreich, das Interesse an der landwirtschaftlichen Vergangenheit war groß. Sauber poliert waren die Arbeitsveteranen, von denen etliche ihren Besitzern nach wie vor gute Dienste leisten. Das älteste Modell, ein Kramer K12 mit einem Zylinder und elf PS, stammte aus dem Jahr 1938, viele der „guten Stücke“ sind in den 1960er-Jahren gebaut worden. Und die vielen Nummernschilder aus dem Landkreis zeigten, das man nicht weit gehen muss, um solche Maschinen noch zu finden.

Youtube Oldtimertreffen für Traktoren in Hohenmemmingen

Symbol für Unabhängigkeit

Oberbürgermeister Dieter Henle machte nicht nur beim Schaupflügen eine gute Figur, sondern begrüßte auch als Schirmherr nach dem Gottesdienst die Besucher. Neben Haus und Hof sei der Schlepper eines der Symbole für heimatliches Leben, meinte Henle. „Er ist auf den ersten Blick ein Betriebsmittel, auf den zweiten aber ein Stück Freiheit und Unabhängigkeit“, so der OB.

Ein besonderes Verhältnis zu ihren Fahrzeugen attestierte auch Helmut Bader den Mitgliedern der Oldtimer-Freunde Hohenmemmingen. „Es sind Idealisten“, meinte er, die ein besonderes Hobby pflegen. 17 Helfer haben das große Fest gestemmt, „jeder musste noch fünf Arbeitskräfte mitbringen“, berichtete der 66-Jährige, der als Betreiber eines Melkmaschinen-Kundendienstes auf viele Höfe im Landkreis kommt.

Um das landwirtschaftliche Spektrum zu ergänzen, zeigte Wolfgang Gayer aus Allewind mit seinen Kaltblütern, wie man vor dem Traktor mit echter Pferdekraft gearbeitet hat.

Zigeunerwagen und Dampftraktor

Eine Attraktion für sich beim Oldtimertreffen waren Schratenhof-Betreiber Felicitas und Thomas Carle mit ihrem englischen Zigeunerwagen und dazu passend einem dampfbetriebenen Traktor. Während der Traktor ein Nachbau ist, stammt der bestens erhaltene und ausgestattete Wagen aus dem Jahr 1901.

Reich beschnitzt und bemalt beinhaltet der Wagen, in dem früher eine ganze Familie des fahrenden Volkes unterkam, unter anderem einen Holzofen, ein gemütliches Bett und viele kleine Ausstattungsdetails, die das Leben auf engstem Raum erleichtern.

Die Carles haben den Wagen aus Irland importiert und nutzen ihn für Ausflüge in die nähere Umgebung, bei denen dann auch im Wagen übernachtet wird.