Im Rahmen eines Gottesdienstes konnten Dekan Gerd Häußler von der evangelischen Kirche und sein katholischer Kollege Dekan Dr. Sven van Meegen sieben neue Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger beauftragen.

Die Notfallseelsorge im Landkreis Heidenheim hatte die Angehörigen der verschiedenen Hilfsorganisationen zu einem „Blaulichtgottesdienst“ in die Heilig-Geist-Kirche in Giengen eingeladen. Zwar blinkten vor der Kirche keine Blaulichter, doch drinnen hatten sich rund 70 Angehörige von Polizei, Feuerwehr und Deutschem Rotem Kreuz versammelt. Der Gottesdienst wurde vom Leiter der Notfallseelsorge, Pfarrer Rolf Wachter, geleitet.

Pastoralreferent Thomas Haselbauer, der ebenfalls dem Leitungsteam der Notfallseelsorge angehört, ging in seiner Predigt von den Werken der Barmherzigkeit aus, an denen Gott die Menschen messen wird. Am Sinnbild einer Waage, die anschaulich in Übergröße vor dem Altar aufgebaut war, erinnerte Haselbauer daran, wie unerwartete Ereignisse wie Krankheiten und Unfälle das Leben eines Menschen aus dem Gleichgewicht bringen können.

80 Ausbildungseinheiten

Pfarrer Rolf Wachter leitete zur Einführung der neuen Notfallseelsorger über. Neun Männer und Frauen haben in den vergangenen Monaten in 80 Ausbildungseinheiten einen Grundkurs für Notfallseelsorge absolviert. Gemeinsam mit erfahrenen Kollegen haben sie auch schon erste Praxiserfahrungen gesammelt. Eine der Kursteilnehmerinnen wird zukünftig den Kriseninterventionsdienst des DRK unterstützen, die übrigen werden in der Notfallseelsorge mitarbeiten.

Über seine Motivation, sich bei der Notfallseelsorge zu engagieren, sagte Jochen Haas, einer der Kursteilnehmer: „Damit Menschen in einer plötzlichen Krise nicht zerbrechen, wollen wir ihnen Halt geben und uns Zeit für sie nehmen.“

Die ehrenamtlichen Notfallseelsorger sind wie ihre hauptamtlichen Kollegen zur Verschwiegenheit verpflichtet. Daran erinnerte Dekan Häußler bei der Übergabe der Ernennungsurkunden, bevor er gemeinsam mit Dekan van Meegen den neu Beauftragten den Segen zusprach.

Drei Abschiede

Auf die Beauftragungen folgten auch drei Abschiede. Pfarrerin Daniela Jäkle, die den Kirchenbezirk Heidenheim verlässt, wurde nach 15 Jahren Mitarbeit in der Notfallseelsorge verabschiedet. Pfarrer Michael Williamson und Klinikseelsorger Uli Redelstein werden zwar weiterhin in der Notfallseelsorge mitarbeiten, wurden jedoch aus den Leitungsaufgaben, die sie bislang wahrgenommen hatten, verabschiedet. In Anerkennung seiner besonderen Verdienste um die Notfallseelsorge wurde Michael Williamson mit der silbernen Medaille der Notfallseelsorge ausgezeichnet. Er gehört der Notfallseelsorge seit deren Gründung im Jahr 1998 an und wirkte zwölf Jahre im Leitungsteam mit.