Giengen / Marc Hosinner Die neue Anlage in der Schwage wird von Schülern schon rege genutzt. Die Fahrten nach Heidenheim entfallen damit.

Abbiegen, beim Stopp-Schild anhalten, Vorfahrt gewähren und auch in den Kreisel einfädeln und wieder hinausfinden: All das lernen Kinder auf dem neuen Verkehrsübungsplatz in der Schwage, der jetzt offiziell eingeweiht wurde.

„Diesen Verkehrsübungsplatz kann man nicht hoch genug einschätzen. Er gewöhnt junge Menschen an umsichtiges Verhalten im Straßenverkehr. Den Kopf voller Ideen heißt es, sich gleichzeitig auf die Verkehrssituation zu konzentrieren. Das will nicht nur erklärt, sondern eingeübt sein. Gerade, wenn man auf den immer volleren Straßen und Radwegen fährt“, so Oberbürgermeister Dieter Henle gestern bei der Einweihung.

Der neue Platz verbessere nach Ansicht des Rathaus-Chefs die Situation für die Kinder in der Stadt und den Teilorten erheblich. Fahrten nach Heidenheim seien nicht mehr nötig. Zudem würde die Anlage von Schülern aus Herbrechtingen und Bissingen genutzt.

„Die Vorteile dieses Platzes liegen auf der Hand: Er liegt zentral, bietet zudem bestmögliche Voraussetzungen, um Inklusionskinder im Klassenverband zu schulen. Dank des zusätzlich angeschafften Containers und der Unterstandsmöglichlichkeit in der Schwagehalle wird auch dem Wetter getrotzt“, so das Stadtoberhaupt über den Verkehrsübungsplatz mit seiner asphaltierten Fläche, auf die Markierungen aufgebracht wurden. Was für den Verkehrsunterricht benötigt wird, also etwa Verkehrsschilder und Ampeln, wird für die Einheiten von der Polizei mitgebracht und anschließend wieder abgebaut. „Prävention ist das Motto. Und die 200 000 Euro sind gut angelegt“, so Henle, er auf die Spende in Höhe von 6000 Euro durch die Verkehrswacht Heidenheim verwies. Der Platz helfe, Unfälle zu vermeiden und Leben zu schützen.

Die Segnung des Platzes in der Schwage nahmen die beiden Geistlichen Pfarrer Dr. Joachim Kummer von der evangelischen Kirchengemeinde und Pfarrer Reiner Stadlbauer von der katholischen Kirchengemeinde vor. Beide mahnten, im Straßenverkehr Gelassenheit walten zu lassen. „Kinder sind die schwächsten Teilnehmer auf der Straße. Sie sollen auf diesem Platz gut üben können“, so Stadlbauer.

Pfarrer Kummer erinnerte an den schlimmen wie tragischen Unfall, bei dem vor Kurzem ein kleiner Junge in Giengen starb. „Verkehrserziehung ist sehr wichtig. Sie kann helfen, Leid zu minimieren.“

Der neue mobile Verkehrsübungsplatz in der Schwage ist bald fertig gestellt und geht zum kommenden Schuljahr in Betrieb.

Der Beschluss im Gemeinderat ist gefasst: Der neue mobile Verkehrsübungsplatz auf dem Schwageplatz wird nun doch komplett asphaltiert.

Früher auf Schulhöfen

Für die Schulung von Kindern wurden früher Schulhöfe genutzt, die allerdings wegen veränderten Voraussetzungen nicht mehr geeignet waren. Deshalb mussten die Schüler nach Heidenheim gefahren werden, um in den Seewiesen geschult zu werden.

Im Juni 2018 hatte dann der Giengener Gemeinderat beschlossen, einen eigenen zentralen Platz in der Schwage zu bauen. moh