Giengen / Marc Hosinner In Deutschland ist in den vergangenen Jahren ein alarmierender Rückgang von Insekten zu beobachten. Der Naturschutzbund geht jetzt auch in Giengen auf Ursachenforschung.

Was sind denn das für Mini-Zelte? Diese Frage hat sich in den vergangenen Tagen sicherlich fast jeder gestellt, der am Kirnberg auf dem Verbindungsweg zwischen dem Brunnenhof in Giengen und dem Flecken in Hohenmemmingen spazierend, joggend oder mit dem Auto unterwegs war.

Die Antwort: Es sind sogenannte Malaise-Fallen. Eben die bestehen aus einem weichen, hellen Stoff. „Insekten werden von der Helligkeit angelockt. Sie fliegen dran und krabbeln nach oben“, erklärt Dr. Roland Mühlethaler von der Bundes-Geschäftsstelle des Naturschutzbundes (Nabu) in Berlin.

Der Nabu hat im Mai mit Partnern bundesweit ein Vorhaben gestartet, bei dem erstmals auf wissenschaftlicher Basis die Insektenvielfalt in Naturschutzgebieten erfasst und dokumentiert werden soll.

„Wir wollen herausfinden, welche Insekten wo vorkommen und welche nicht“, so Mühlethaler zur Studie hinsichtlich der „Diversität von Insekten in Naturschutz-Arealen (DINA)“. Dazu werden in den nächsten vier Jahren in 21 repräsentativen Gebieten mit standardisierten Methoden, das heißt durch regelmäßige Beobachtungen beziehungsweise durch Erfassen von Artbeständen über einen längeren Zeitraum, Insektenvölker erfasst.

Eines der Gebiete befindet sich am Kirnberg. „Die Auswahl der Gebiete war ein längeres Verfahren. Wir haben dazu unter anderem Luftbilder ausgewertet“, erklärt Mühlethaler.

Dort stehen jetzt die Fallen. Die Insekten landen dort in einem Behälter, der regelmäßig geleert wird. Die darin befindlichen Insekten gehen dann auf die Reise nach Bonn. Dort wird ein sogenanntes DNA-Barcoding (siehe separater Beitrag) vorgenommen.

Mit der Methode soll die umfangreichste Datensammlung von fliegenden Insektenarten in Schutzgebieten entstehen. Die Vegetation soll einerseits durch klassische Aufnahmen, andererseits durch das Barcoding von Pollen und Pflanzenresten aus den Fallen untersucht werden.

„Die Fallen werden jeweils im Winter abgebaut und dann im Frühjahr an gleicher Stelle wieder aufgebaut“, so Mühlethaler.

Das Meta-Barcoding von Insekten

Jede Tier- und Pflanzenart hat einen einzigartigen genetischen Fingerabdruck, den DNA-Barcode. Mittels diesem können Arten automatisiert erfasst werden und die umfangreichen Datensammlungen entstehen.