Giengen / Marc Hosinner Die Beseitigung des Bahnübergangs in Giengen Richtung Hermaringen soll nach derzeitigem Plan 2028 starten. Sieben Jahre zuvor soll die Anbindung des Rieds von Osten her erfolgen, Vorgespräche dazu laufen.

Wie soll das Gewerbegebiet Ried an das Verkehrsnetz angebunden werden? Eine Frage, die schon Jahrzehnte die Stadtverwaltung Giengen, die Betriebe sowie die Bürger, die dort ihren Einkäufen nachgehen, umtreibt. Eng verbunden mit der Frage nach der Realisierung von Plänen ist natürlich auch die zeitliche Dimension: Wann werden Straßen gebaut? Oder: Wann wird der Bahnübergang, an dem sich in der Vergangenheit immer mal wieder Unfälle ereigneten, beseitigt?

Eine Antwort in Bezug auf den Bahnübergang hat das Regierungspräsidium in Stuttgart parat: Laut der Behörde sei man an der Realisierung von Plänen, das Ried von Westen anzubinden, „näher dran denn je“.

Diese Aussage bedeutet jedoch nicht, dass das Vorhaben im Nu umgesetzt wird. Es ist weiter Geduld gefragt.

Die Ziele der Anbindung West liegen nach wie vor in der Beseitigung des Bahnübergangs, der Verlegung der Landesstraße 1083 sowie der Schaffung eines Anbindungspunkts an die Stadtrandstraße.

Wie Oberbürgermeister Dieter Henle erklärt, sollen die Ergebnisse der Voruntersuchung (Variantenprüfung/Umweltverträglichkeit) Mitte beziehungsweise Ende 2019 vorliegen. Eine Informationsveranstaltung dazu soll 2020 stattfinden. Für 2021 sei die Erarbeitung des Vorentwurfs und die Einarbeitung der Anmerkungen des Verkehrsministeriums geplant.

Das Planfeststellungsverfahren soll 2023 erfolgen, 2024 der Baubeschluss. Der Baubeginn ist nach jetzigem Kenntnisstand für das Jahr 2028 vorgesehen.

Diese Planungen für die nächsten Jahre gehen auf eine Einigung der Stadt mit dem Regierungspräsidium zurück. Festgehalten wurde auch, dass es halbjährliche Abstimmungsgespräche geben soll.

Die werden dann auch das Vorhaben einschließen, eine Anbindung von Osten her zu realisieren. Ziel der Anbindung Ost der Stadtrandstraße ist der Bai einer neuen Straße ins Ried – von der Memminger Straße, etwa auf Höhe der Memminger Wanne an die Riedstraße. Nach Auskunft von OB Henle ist diese Variante förderfähig: Vorgespräche des Regierungspräsidiums mit dem Verkehrsministerium für die Förderperiode 2020 würden laufen. Einen Antrag mit aktuellen Unterlagen und Kostenberechnung will die Stadt bis Oktober 2019 vorlegen. Parallel dazu würden die baurechtliche und wasserwirtschaftliche Klärung laufen. „Möglicher Baubeginn ist im Jahr 2021“, so der Oberbürgermeister.

Mit dem Land finanziell im Reinen

Soweit der Blick in die Zukunft. Im Blick zurück erklärt das Stadtoberhaupt, dass die Belastungen durch das Projekt Gewerbepark Ried/Stadtrandstraße im vergangenen Jahr aufgelöst werden konnten. Für den Gewerbepark Ried wurden zwei Millionen Euro aus außerkameraler Finanzierung abgelöst. Die Kommune hatte das Geld einst aufgenommen, um im Ried 30 Hektar Fläche zu erwerben.

„Mit dem Land haben wir uns auf eine Rückzahlung von Zuschüssen in Höhe von rund 700 000 Euro geeinigt“, sagt Henle. Die Summe musste zurück erstattet werden, weil die Fördergelder, die bereist im Jahr von Stuttgart nach Giengen 2006 flossen, nie in Anspruch genommen wurden.

Ortsumfahrung Hohenmemmingen:

Die Ortsumfahrung Hohenmemmingen wurde aufgrund zu niedriger Verkehrszahlen nicht in den Generalverkehrsplan aufgenommen.

2018 erfolgte eine Machbarkeitsstudie hinsichtlich möglicher Varianten. Ziel ist nun die Verlegung der Kreisstraße 3025 – sie führt über Allewind nach Hohenmemmingen – im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens.

Der Bauantrag wird nach Auskunft von Oberbürgermeister Dieter Henle durch den Landkreis erfolgen. Das Vorhaben soll als dritter Schritt ab 2028 an die anderen Planungsschritte angegliedert werden.