Beschwingt ging’s schon mal los gestern Nachmittag: Mit dem Musikstück „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“ setzte Christian Zenker am Klavier ein kleines Zeichen, wie sich die Musikschule die neue Veranstaltung „Musikcafé 60 plus“ vorstellt – unterhaltsam, gut gelaunt und doch nicht ganz und gar alltäglich.

Gestern war es ein noch übersichtliches Grüppchen reiferen Alters, das sich einen sonnigen musikalischen Nachmittag in der Musikschule gönnte.

Marion Zenker, seit zehn Jahren Leiterin der Musikschule, bat in einer kleinen Vorstellungsrunde die Gäste darum, ihre Wünsche und Vorstellungen zu äußern, wie sie sich dieses musikalische Zusammentreffen vorstellen. Sie sagte, die Musikschule habe vor, dieses Musikcafé zwei- bis dreimal pro Jahr anzubieten, und man wolle dann natürlich auch das machen, was gewünscht ist und „worauf wir Lust haben“. Wozu selbstredend auch eine Runde mit Kaffee und Kuchen gehört.

Die Besucher äußerten ganz unterschiedliche Motivationen: Ein Gast sagte sicherlich stellvertretend für andere, dass er die städtische Musikschule für eine beispielgebende Institution halte, die zwar in erster Linie für die Jugend gedacht sei, er finde es aber umso schöner, dass auch etwas für Senioren gemacht werde. Neugierde wurde als Motivation genannt, auch bei Besuchern, die von sich sagten, eigentlich seien sie „gar nicht musikalisch“. Letzteres wollte Musikschulleiterin Zenker allerdings nicht gelten lassen: „Wir glauben, dass jeder musikalisch ist. Das werden Sie heute noch erleben.“

Zenkers Konzept für das Musikcafé steht auf drei Beinen. Zum einen soll man selbst musikalisch tätig werden – gestern war dies der Fall beim gemeinsamen Singen aus einem eigens von Marion Zenker zusammengestellten Liederbuch. Unter Klavierbegleitung wurde das klassische Volkslied „Die Gedanken sind frei“ ebenso angestimmt wie der Folksong „Sag mir, wo die Blumen sind“. Dann standen unter der Überschrift „Mitmachen“ auch Volks- und Sitztänze auf dem Programm. Ein zweiter Teil des Nachmittags gebührte dem Anhören klassischer Musik, und schließlich durften die Besucher sogar noch etwas lernen: Zenker hatte einen kleinen Vortrag über und mit Musik von Ludwig van Beethoven vorbereitet. Um diesen Komponisten wird in diesem Jahr Jubiläum gefeiert – vor 250 Jahren wurde er geboren.

Jetzt ist Marion Zenker gespannt, ob sich das Interesse an diesem Musikcafé verbreitet und bei der kommenden Veranstaltung – wahrscheinlich im Mai – weitere Interessenten dazukommen. Sie erinnert an das musikalische Programm für Kleinkinder, den Baby-Musikgarten, der 2017 ebenfalls eher verhalten begann und mittlerweile weit über 100 Besucher zählt.

Für die Musikschule Umzug im Gespräch


Seit rund zehn Jahren ist die Musikschule im Margarete-Steiff-Gymnasium untergebracht. Was damals als unproblematisch erachtet wurde, wird unterdessen als Nachteil gesehen, und ein Standort im Stadtzentrum und damit „mittendrin“ gilt als vorteilhafter. Im Gespräch ist jetzt die Grabenschule. Diese ist an einen Investor verkauft, sie soll denkmalgerecht saniert werden.