Giengen / Maximilian Haller Ein 59-Jähriger wurde vor dem Amtsgericht zu sieben Monaten auf Bewährung verurteilt.

Dem Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung musste sich ein 59-Jähriger dem Amtsgericht gegenüber verantworten. Der Angeklagte soll im März vergangenen Jahres einen Mann in einer städtischen Unterkunft in der Scharrenstetter Straße mit einem Küchenmesser angegriffen haben.

Laut Staatsanwaltschaft hat der 59-Jährige mit einer 19 Zentimeter langen Klinge mehrere Stichbewegungen auf seinen Mitbewohner ausgeführt. Dieser konnte den Angriff abwehren, erlitt dabei jedoch Verletzungen an der rechten Hand und am Unterarm.

Angeklagter zeigt Reue

In der Gerichtsverhandlung zeigte sich der Angeklagte geständig. Er habe zum Tatzeitpunkt bereits ein halbes Jahr in der Notunterkunft in der Scharenstetter Straße gelebt. Vier seiner Mitbewohner hatten seiner Ansicht nach die Hausordnung nicht eingehalten und seien durch Lärm, laute Musik und Drogenkonsum aufgefallen. Über mehrere Monate hinweg habe der 59-Jährige versucht, die vier Männer dazu zu bringen, sich insbesondere in den Abendstunden ordentlich zu verhalten.

Schließlich habe er unter Alkoholeinfluss einem seiner Mitbewohner mit einem Messer drohen wollen – er habe jedoch nicht vorgehabt, ihn zu verletzen. Vor Gericht gab der Angeklagte zudem an, seinen Fehler direkt nach der Tat eingesehen zu haben. Er habe später auch versucht, sich bei dem Geschädigten für den Angriff zu entschuldigen, allerdings sei dieser bereits wenige Tage nach der Tat aus der Notunterkunft ausgezogen.

Zum Tatzeitpunkt alkoholisiert

Der Staatsanwalt forderte, die Tat mit acht Monaten Freiheitsstrafe sowie 120 Stunden gemeinnütziger Arbeit zu ahnden. Als strafmindernd sah er es an, dass sich der Angeklagte vor Gericht geständig zeigte und zudem zum Tatzeitpunkt alkoholisiert gewesen war. Dem 59-Jährigen zu Laste legte der Staatsanwalt, dass dieser bereits wenige Wochen nach der Tat aufgrund einer erneuten Körperverletzung festgenommen und zu einer Geldstrafe von 1500 Euro verurteilt wurde. Laut dem Angeklagten habe er die Geldstrafe bislang allerdings aufgrund seiner Schulden noch nicht bezahlen können.

Der Richter sah den Vorwurf der Körperverletzung als erwiesen an, zog jedoch auch die geringen Verletzungsfolgen des Mitbewohners in Betracht. Er verurteilte den 59-Jährigen schließlich zu sieben Monaten Freiheitsstrafe, die auf drei Jahre Bewährung ausgelegt werden. Darüber hinaus hat der 59-Jährige 80 Stunden gemeinnützige Arbeit abzuleisten.