Nachdem ich diese Broschüre gelesen habe, habe ich ein paar Fragen an den „Vater“ des Projekts GIPA7, nämlich den Giengener Oberbürgermeister Dieter Henle.

Sehr viele Formulierungen sind unglaublich abstrakt und Worthülsen reihen sich aneinander, so dass ich einige Punkte nachfragen möchte. Denn auf den zweiten Blick enthalten diese „Fakten“ keinerlei nachvollziehbare Informationen, um prüfen zu können, ob „Ökonomie und Ökologie im Einklang“ sind.

Worthülsen reihen sich aneinander

Stichwort Feldlerchenmanagement. Das Wort an sich ist schon lebens- bzw. tierunwürdig. Bitte benennen Sie das Fachbüro für Feldlerchenmanagement, das die Stadt Giengen beauftragt hat. Welche Ergebnisse wurden erzielt? Es interessiert auch, wo die Ausgleichsflächen in Form von Blühbrachen, Kleeäckerflächen und Getreidefelder zu finden sind? Wie groß sind diese Flächen im Gegensatz zu der vernichteten Naturfläche am GIPA7?

Wo sind die Feldlerchen?

Weiter schreiben Sie: Es wurden Maßnahmen hierzu „konzipiert“? Was wurde bisher konkret (Stand April 2021) umgesetzt? Wo finden wir die zahlreichen Feldlerchen, die bisher auf der Baustelle des GIPA7 beheimatet waren? Könnten Sie in diesem Zusammenhang bitte auch die Flächen nennen, die „Naturhabitate“ für Insekten und Fledermäuse werden sollen? Wie groß werden diese Flächen? Wo ist der Vertrag zu diesem Maßnahmenpaket einsehbar?

Keine echte Verpflichtung

Weiter schreiben Sie: Sämtliche im GIPA7 investierende Unternehmen werden zu aktiven Umweltbeiträgen angeregt bzw. verpflichtet. Was besagt das Wort „Umweltbeiträge“? Ist ein Umweltbeitrag Umweltschutz? Auch hier eine seichte Formulierung. Werden die Unternehmen nur angeregt oder verpflichtet, aktiv Umweltschutz betreiben?

Wer errichtet die Solarpanels auf den Dächern im GIPA7? Woher stammen die Solarpanels? Aus China? Wenn ja, dann ist die CO²-Bilanz hierzu schon mal, gelinde gesagt, mehr als bescheiden.

Stichwort flexibles Ökokonto: „Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen“ werden in einen Flächenpool eingetragen und lassen sich später im Sinne einer Kompensation anrechnen. Bitte definieren Sie „Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen“, was können wir uns darunter vorstellen? Was genau wird ausgeglichen und wie sehen diese Maßnahmen im Bezug auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit aus?

Stichwort Ökotaler: Wie wird der Ökotaler berechnet? Aus welchen Beträgen setzt er sich zusammen? Wie viel von diesen Ökotaler-Beiträgen fließen in nachhaltige Umweltschutzmaßnahmen?

Weiter nachfragen und nachhaken

Insgesamt gesehen ist diese zudem nicht auf recyceltem Papier erschienene Hochglanzbroschüre eine einzige Augenwischerei. Ich hoffe und wünsche mir, dass viele Bürger/innen der Stadt Giengen viel und oft nachfragen, nachhaken, allen Beteiligten über Jahre hinweg auf die Finger schauen, damit wir ein Stück Natur und Naherholungsraum zurückerhalten für dieses „tolle und großartige“ Projekt GIPA7.

Martina Stark, Giengen