„Denk ich an Giengen in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht…“ Ob es nur mir so aus der Ferne geht? Und wie würde sich die Ehrenbürgerin Giengens und Begründerin des Bundes für Vogelschutzes fühlen, schaute sie auf das Städtchen nieder?

Wird das Erbe von Lina Hähnle mit Füßen getreten?

Schmückt man sich in der großen Kreisstadt mit Lina Hähnles Namen und tritt gleichzeitig ihr Erbe mit den Füßen? Abgesehen davon, dass Giengen demnächst nur noch bekannt sein wird für seine großflächigen Logistikhallen, werden nun auch noch bedrohte Vogelarten wie die Feldlerche mit bewussten Mitteln vom Nisten und Brüten auf den Feldern auf dem geplanten Industriegebiet südwestlich der Autobahn gehindert?

Hunderte Flatterbänder

Indem die Stadtverwaltung schon im Vorjahr angewiesen hat, Mais und Raps anbauen zu lassen, so dass die Lerche für ein Gutachten zum Vogelschutz erst gar nicht dort brüten konnte und somit der Bestand unbedeutsam war. Und damit sie nun vollständig aus ihrem angestammten Habitat vertrieben wird, sind nun auch noch hunderte rot-weiße Flatterbänder auf den Feldern aufgestellt worden.

Nur damit, so munkelt man (und inzwischen auch hinter der Hand bekannt), Amazon sein Zentrum verkehrsnah an der Autobahn bauen kann? Bei einer konstanten 24/7 Ab- und Anfahrt der Lieferwagen wird dann auch nichts mehr von einer angenehmen Nachtruhe übrig bleiben – aber dann bin ich zumindest nicht mehr die einzige, die „um den Schlaf gebracht“ ist.

Stefanie Riemath, Tilburg, früher Giengen