Ich kann Herrn Baschin (Leserbrief vom 16. Oktober) nur beipflichten. Auch ich hätte mehr Artikulierung der Bürger zu dem Vorhaben der Stadtverwaltung, das „dicke G“ abzuschaffen, erwartet. Fakt ist jedoch, dass die Giengener von dem Vorhaben, das Stadtwappen zu ändern, total überrumpelt worden sind. Ich habe in meinem Bekanntenkreis niemanden gefunden, der von diesem Vorhaben etwas wusste. Das ist alles still und leise im Rathaus hinter verschlossenen Türen ausgeklüngelt worden. Das ist also Bürgernähe pur! Oder Hehnle hautnah! Man ist bass erstaunt und fragt sich, was das soll! Man präsentiert der Bevölkerung eine Kreation, die die Bezeichnung Stadtwappen in keinster Weise verdient. Wenn man das Gebilde jemandem ohne vorherige Instruktion zeigt und dann fragt, was er da sieht, bekommt man (auf Schwäbisch) zur Antwort: „an halba Gaul!“ Ja, so sieht das auch aus. Das Einhorn auf der Stirn wird erst im zweiten Anlauf zur Kenntnis genommen und steigert die Verwirrtheit noch mehr. Mit den drei liegenden „S“ , der „Tanzstange“ und dem schon gar nicht mehr dazugehörigen gelben Bogen weiß auch keiner was anzufangen. Wie sich jemand für diesen Schmarrn begeistern kann oder gar „sich darin wiederfindet“, erschließt sich mir nicht und bleibt dem Rest der Bevölkerung wohl auch verschlossen – ein Geheimnis eben. Wenn man sich auf dem Rathaus mit dem Gedanken getragen hat, das Stadtwappen zu ändern – warum hat man dann nicht die Bevölkerung – bürgernah – mit eingebunden? Man hätte auch einen Wettbewerb veranstalten können, an dem dann auch die Drittklässler hätten teilnehmen können!

Das Giengener Stadtwappen war und ist absolut zeitgemäß und braucht nicht ersetzt zu werden. Der ganze Krampf kostet mit Folgekosten gut 100 000 Euro, die hier zum Fenster hinausgeworfen werden. Wenn die Stadtverwaltung nicht mehr weiß, wohin mit dem vielen Geld im Stadtsäckel – ich könnte da noch ein paar Tipps geben, wie man das Geld sinnvoller ausgeben kann. z. B. für die Reparatur der maroden Straßen, der mangelnden Sauberkeit in der Stadt und der Grünpflege.

Und was geschieht mit dem Einhorn vor der Walter-Schmid-Halle – wird da auch das Hinterteil abgeschnitten? (Damit es zum Logo passt – wegen der ,corporate identity').

Helmut Niedan, Giengen