Die deutsche Nationalmannschaft mit Franz Beckenbauer, Gerd Müller und Sepp Maier war gerade Fußballweltmeister geworden, Helmut Schmidt löste Willy Brandt im Amt des Bundeskanzlers ab und Hewlett Packard präsentierte den ersten programmierbaren Taschenrechner, als Hans-Jürgen Kling 1974 mit 19 Jahren seine Ausbildung bei der Kreisbaugesellschaft Heidenheim GmbH antrat. Jetzt, fast ein halbes Jahrhundert später, verabschiedet er sich als Prokurist in den Ruhestand.

Ein Berufsleben bei der Kreisbau

Dazwischen liegt ein Arbeitsleben, das schon allein deshalb aus dem Rahmen fällt, weil Hans-Jürgen Kling es vom ersten bis zum letzten Tag bei der Kreisbau verbrachte und sich von der Pike auf bis in die Führungsebene des Unternehmens hocharbeitete – ein Ziel, das er schon in jungen Jahren vor Augen hatte: Bereits in einem der ersten Mitarbeitergespräche antwortete er auf die Frage, was er in seiner beruflichen Entwicklung anstrebe, „die kaufmännische Leitung“.

Die Ausbildung zum Kaufmann in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft durchlief Kling in nur zweieinhalb Jahren. 1976 wurde er dann ins Angestelltenverhältnis übernommen. Neben seiner Arbeit in der Abteilung Rechnungswesen bildete er sich auch in seiner Freizeit fort und legte 1979 die Prüfung zum Industriefachwirt und 1982 die Prüfung zum Bilanzbuchhalter bei der IHK ab.

Um ausreichend Wohnraum bemüht

Kling setzte sich dafür ein, dass der Landkreis immer mit genügend gut ausgestattetem Wohnraum versorgt wurde, und war maßgeblich an der innerbetrieblichen Umstellung des Rechnungswesens beteiligt, als das Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz wegfiel. Der Umzug des Unternehmens 1996, die Währungsumstellung von der D-Mark zum Euro im Jahr 2002 und immer wiederkehrende Aktualisierungen der EDV, angefangen bei der manuellen Buchungsmaschine bis zum heutigen Stand der Digitalisierung, waren weitere Herausforderungen, denen sich Hans-Jürgen Kling im Laufe der Jahrzehnte erfolgreich stellte.

Durch Kompetenz, Autorität und sympathisches Auftreten – stets im perfekten Outfit mit Anzug und Hemd – war er im Kreis der Mitarbeiter allseits anerkannt und lenkte seit seiner Ernennung zum Prokuristen im Jahr 2000 mehr als zwanzig Jahre lang die Geschicke der Kreisbau verantwortlich mit.

Ein Leben in Zahlen

Hans-Jürgen Klings ganzes Berufsleben drehte sich um Zahlen, und dabei sind in viereinhalb Jahrzehnten gewaltige Summen zusammengekommen: Mehr als 32 000 Zahlungsfreigaben, gut 130 000 Betriebskostenabrechnungen und fast 2,8 Millionen Buchungsbelege fallen in seine Arbeitszeit, in der sich die Kreisbau zu einer starken Gesellschaft mit heute 32 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von 110 Millionen Euro entwickelte. Allein der Papierstapel all der Belege wäre mit knapp 300 Meter höher als Deutschlands höchster Wolkenkratzer.

Lob für Engagement

Jan Termin, Geschäftsführer der Kreisbau Heidenheim, würdigte die Verdienste Hans-Jürgen Klings und dankte ihm für die vielen Jahre der Treue: „Wir alle wissen seinen Einsatz für unser Unternehmen und für die Menschen in unserem Landkreis zu schätzen und wünschen ihm viele erfüllte Jahre im hochverdienten Ruhestand.“ Landrat Peter Polta, Aufsichtsratsvorsitzender der Kreisbau, schloss sich den guten Wünschen an und meinte: „Engagierten Menschen wie Hans-Jürgen Kling ist es zu verdanken, dass im Landkreis Heidenheim ein großes Angebot an bezahlbarem Wohnraum zur Verfügung steht.“