Es waren noch anderthalb Stunden, bis das Deutsche Rote Kreuz am Mittwochabend auf dem Schwageplatz in Giengen mit den Corona-Schnelltests beginnen wollte. Doch die ersten Testwilligen warteten bereits, um sich einem der limitierten, kostenlosen Covid-Schnelltests zu unterziehen und so ein möglichst sicheres Weihnachten im Kreise der Familie feiern zu können. Ein ähnliches Bild zeigte sich auf dem Seewiesenplatz in Heidenheim, wo das DRK zeitgleich testete. Pünktlich um 17 Uhr starteten die Testaktionen.

Ein System mit Nummern

In einer Art Drive-In, wie man es von Schnellrestaurants kennt, mussten die Interessierten auf den asphaltierten Parkplatz bei der Schwagehalle vorfahren. Dort bekamen sie von den ehrenamtlichen DRK-Helfern einen nummerierten Zettel, den sie in ihre Windschutzscheibe legen mussten, damit das Ergebnis später der Person zugeordnet werden konnte. Bis ihre Nummer an der Reihe war, sollten die Testwilligen auf dem Parkplatz möglichst in ihren Autos warten. Erst dann durften sie zur Teststation bei der DRK-Rettungswache fahren, wo geschultes Personal in Schutzkleidung den Abstrich nahm. Dieser dauerte nur wenige Sekunden. Daraufhin sollten sie auf dem geschotterten Schwageplatz parken. Nach 15 bis 30 Minuten erhielten sie das Ergebnis persönlich in Form eines Merkblattes mitgeteilt.

So weit die Theorie. Es kamen jedoch auch Personen zu Fuß und versammelten sich bei den „Einweisern“. „Das wollten wir eigentlich vermeiden“, so DRK-Kreisbereitschaftsleiter Kai Willer, der in Giengen vor Ort war. In Heidenheim war der Andrang so stark, dass die Nummern bereits nach etwa einer Viertelstunde vergeben waren. Auch in Giengen gingen Testwillige leer aus und mussten auf den nächsten Tag vertröstet werden.

Zwei von 245 Tests positiv

In Giengen wurden bis 19.15 Uhr 120 Personen getestet, alle negativ. In Heidenheim wurden bis 19.40 Uhr 125 Tests gemacht. Davon waren zwei positiv.

Ein positives Ergebnis bedeute, dass man höchstwahrscheinlich infiziert ist und andere anstecken könne. „Positiv Getestete erhielten die dringende Empfehlung, sich unverzüglich noch mit einem PCR-Test in der Corona-Ambulanz nachtesten zu lassen. Diese Vorgehensweise ist mit dem Gesundheitsamt so abgesprochen“, sagt DRK-Geschäftsführer Mathias Brodbeck. Die Corona-Ambulanz beim Klinikum Heidenheim hatte am Mittwoch bis 21 Uhr geöffnet. Ein genauerer PCR-Test soll deshalb zeitnah erfolgen, da das Ergebnis eines Schnelltests fälschlicherweise positiv sein kann. Ist der PCR-Test negativ, endet die häusliche Isolation für die betroffenen Personen und deren Haushaltsangehörige. Ansonsten ist die Isolation zehn Tage lang einzuhalten und darf nur dann beendet werden, wenn keine Krankheitszeichen vorliegen.

Bei einem negativen Schnelltest-Ergebnis ist man jedoch nicht von den Verpflichtungen der Corona-Verordnung entbunden.

Insgesamt auf 600 Tests aufstocken

Auch am Donnerstag, 24. Dezember, wird das DRK an beiden Standorten testen. Die Erfahrung der vergangenen Testaktion lässt darauf schließen, dass die Nachfrage hoch sein wird. Jeweils acht ehrenamtliche Helfer werden drei Stunden lang im Einsatz sein, am Vortag waren es jeweils neun. Das DRK hat vom Land Baden-Württemberg insgesamt 525 Schnelltests zugeteilt bekommen. Bei Bedarf wird die Organisation um 75 Schnelltests erhöhen, sodass insgesamt 600 Personen geprüft werden können.

Corona-Schnelltests auch an Heiligabend


Das DRK testet auch am Donnerstag, 24. Dezember, sowohl in Giengen auf dem Schwageplatz als auch in Heidenheim auf dem Seewiesenplatz von 13 bis 16 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Johanniter haben für ihre Corona-Schnelltests eine vorherige Anmeldung verlangt. Ihre erweiterten Testkapazitäten waren bereits am Montag voll ausgebucht.

Die Corona-Ambulanz auf dem Gelände des Klinikum Heidenheim, wo man bei einem positiven Schnelltest baldmöglichst einen PCR-Test machen lassen soll, hat am 24. Dezember von 11.30 bis 16 Uhr und am 25. Dezember von 11.30 bis 21 Uhr geöffnet.