Bei herrlichstem Maiwetter und mit einiger politischer und gesellschaftlicher Prominenz wurde die neue Kindertagesstätte an der Lederstraße am Samstag eingeweiht. Sie konnte im Rahmen eines Tags der offenen Tür auch besichtigt werden.

„Das Leben in dieser Kita ist so vielfältig wie das Gebäude mit all seinen großzügigen Flächen und gemütlichen Rückzugsorten, seinen Farben und Einrichtungen“, so Oberbürgermeister Dieter Henle, der in seinem Grußwort auf das Gebäude und seine Entstehung einging. 80 Kinder in vier Gruppen gestalten auf 880 Quadratmetern Innenbereich und 2000 Quadratmetern Außenfläche ihren Kindergartenalltag. Eine davon fungiert als Krippe, ein Anbau für zwei weitere Gruppen wäre möglich. Die Ausführung ist komplett barrierefrei.

Allein zwölf Ingenieurbüros

30 Unternehmen waren beteiligt, davon allein 12 Ingenieurbüros. Zwischen der Vorstellung der Neubaupläne im November 2017 und der Schlüsselübergabe lagen viereinhalb Jahre. „Eine lange Zeit, seit Anfang 2020 geprägt durch Pandemie und Materialknappheit“, so Henle. Noch im Dezember 2017 habe der Gemeinderat das Projekt beschlossen und die Planer beauftragt. Die Jahre 2018 und 2019 gehörten der Beschaffung von Fördermitteln und intensiver Planung der verschiedenen Gewerke und möglicher Interimslösungen.

Nach den ersten öffentlichen Ausschreibungen Ende 2019 begannen im März 2020 die Arbeiten mit dem Abbruch des alten Gebäudes. Am 28. Mai 2020 erfolgte der symbolische Spatenstich, die Bauzeit bis zur Inbetriebnahme dauerte gut 22 Monate.

Seit März in Betrieb

Am 7. März konnten die Kinder erstmals in der neuen Kita Lederstraße spielen, die offizielle Schlüsselübergabe fand am 30. März statt.

Die Baukosten liegen laut Henle voraussichtlich bei vier Millionen Euro. 650.000 Euro erhielt die Stadt aus dem Ausgleichsstock, knapp 213.000 Euro aus Bundesmitteln für Kleinkindbetreuung und 100.000 Euro von der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde – insgesamt also knapp 963.000 Euro

„In Giengen haben Bildung und Betreuung Vorfahrt“, so Henle. Der Gemeinderat stelle jährlich in verschiedenen Bausteinen im Rahmen des Paktes für Familie eine Viertelmillion Euro zur Verfügung, um in verschiedenen Bausteinen wie Tagespflege, Bezahlung der Erzieherkräfte, Stellenschlüssel oder U3-Betreuung beste Rahmenbedingungen zu ermöglichen. Zuletzt habe man rund 100 neue Betreuungsplätze in zwei Jahren geschaffen.