Giengen / Philipp Hruschka Irene Rimpf war über vier Jahrzehnte die Leiterin des Kindergartens Sankt Peter. Zum Ende der Sommerferien übergibt sie nun an ihre Nachfolgerin.

Leicht wird ihr der Abschied von Sankt Peter nicht fallen. Das wird deutlich, wenn Irene Rimpf über den bevorstehenden Ruhestand spricht. „Ich freue mich schon auf die Zeit, die jetzt kommt. Aber ich werde auch vieles vermissen“ ist sich die Leiterin sicher. Das Miteinander der Kolleginnen sowie vor allem die Kinder werden ihr fehlen, sagt sie.

Seit mehr als 45 Jahren ist Irene Rimpf Teil des Kindergartens Sankt Peter, 1972 begann sie dort ihr Vorpraktikum für die Ausbildung zur Erzieherin. Nach zwei Jahren an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Dillingen kehrte sie für das abschließende Anerkennungsjahr wieder nach Sankt Peter zurück. Nur zwei Jahre nach Abschluss der Ausbildung übernahm sie die Leitung des Kindergartens und übt dieses Amt seither aus. Zum Ende der Sommerferien wird sie es nun an ihre Nachfolgerin Sandra Huber-Jelli abgeben.

Früher Berufswunsch

Rückblickend sagt die 63-Jährige, dass sie eigentlich schon immer Erzieherin sein wollte. „Ich war selbst als Kind sehr gerne im Kindergarten und wollte das schon sehr früh.“ Den Berufswunsch habe sie bereits zu dieser Zeit gegenüber ihren Eltern geäußert. Erste pädagogische Erfahrungen habe sie dann später in der katholischen Jugendarbeit gesammelt. Bis heute ist sie ehrenamtlich in der katholischen Kirchengemeinde aktiv.

Seit den 70ern hat Irene Rimpf einiges an Veränderungen miterlebt. Sowohl der Kindergarten selbst, als auch die Arbeitsweise sind nicht mehr dieselben wie vor über vier Jahrzehnten. 2005 wechselte die Trägerschaft des Kindergartens von der katholischen Kirche zur Stadt. In der Folgezeit wurde Sankt Peter der erste Kindergarten mit Ganztagsbetreuung in Giengen. Auch eine Gruppe für Ein- bis Dreijährige wurde geschaffen. Für diese neuen Angebote wurde es zudem notwendig, das Gebäude umzubauen. So entstanden etwa Schlaf- oder Essensräume für die Ganztagsbetreuung.

Mehr Personalverantwortung

Für die Leiterin bedeuteten diese Veränderungen damals auch eine Menge zusätzlicher Verantwortung. Von vorher etwa sieben Mitarbeitern wuchs die Zahl der Kollegen fast auf das Doppelte an. Und in pädagogischer Hinsicht musste zunächst überhaupt erst ein Konzept her, wie man die Ganztagsbetreuung gestaltet. „Mir war dabei immer wichtig, dass alle Kinder das Gefühl haben, dazuzugehören“, sagt Rimpf. Deshalb gebe es auch keine getrennten Gruppen für Halb- und Ganztagsbetreuung.

Für die damalige Amtsleiterin für Bildung und Soziales, Katja Stark, hat sie lobende Worte. Man habe damals in diesen Dingen gut zusammengearbeitet. Etwas Neues zu schaffen, das sei ein großer Ansporn gewesen, so Rimpf.

Bessere Vorbereitung für die Schule

Bei all diesen Umstellungen und Neuerungen hätten jedoch immer die Kinder im Mittelpunkt gestanden. Insgesamt ist sich Irene Rimpf deshalb auch sicher, dass man sich in Sankt Peter heute noch besser der Kinder annimmt. „Die Kinder werden heute zum Beispiel besser auf die Schule vorbereitet.“ Dies gelte für das Lernen, aber auch besonders für soziale Aspekte.

Neben den Leitungsaufgaben waren etwa drei Viertel von Irene Rimpfs Arbeit immer der direkten Erziehung der Kinder gewidmet, worüber sie sehr froh ist. Für die Leiterin ist das Besondere an der Arbeit mit Kindern, dass diese so unbedarft und ehrlich seien. „Und das will ich auch sein“, sagt sie. Kein Tag sei wie der andere, insgesamt ein sehr kreativer Beruf.

Irene Rimpf hat im Lauf der Zeit schon viele Kinder aufwachsen sehen. Einige würden Jahre später mit den eigenen Kindern zurückkehren, ein echter Vertrauensbeweis.

Dass man Irene Rimpf vermissen wird, zeigt auch die Anekdote einer Mutter aus dem Kindergarten. Ihre Tochter, die wohl am Rande vom bevorstehenden Ruhestand der Leiterin gehört hatte, habe kürzlich wie aus heiterem Himmel geäußert, nicht mehr in den Kindergarten gehen zu wollen. Die Mutter, höchst verwundert, fragte nach dem Grund dafür. „Weil die Irene nicht mehr da ist“, so die Antwort.

Der Kindergarten Sankt Peter

Im vergangenen Jahr feierte der städtische Kindergarten sein 50-jähriges Bestehen. Am 23. März 1968 wurde die Einrichtung vom damaligen Bürgermeister Walter Schmid eingeweiht. Zum Jubiläum gab es mehrere Feiern.

Bemerkenswert findet Irene Rimpf an Sankt Peter unter anderem auch die gute Zusammenarbeit mit dem Paul-Gerhardt-Stift. So beziehe die Einrichtung das Mittagessen von dort, außerdem besuchen die Kinder regelmäßig die Bewohner des Stifts.