Giengen / Thomas Grüninger Gestern erfolgte der Startschuss für den Bau des Hauses St. Vincent in der Memminger Wanne, das bis Mai 2021 fertiggestellt sein soll. Zwölf Wohnungen sind schon reserviert.

Am Weimarer Weg in der Memminger Wanne soll bis Mai 2021 eine Senioren-Wohnanlage entstehen. Am Dienstag war Spatenstich für das sechs Millionen Euro teure Objekt, in dem einmal 28 Eigentumswohnungen in Größenordnungen zwischen 56 und 73 Quadratmetern sein werden.

Rund eineinhalb Jahre vor der Fertigstellung sind bereits ca. 40 Prozent der Wohnungen (insgesamt zwölf) reserviert bzw. vorläufig reserviert, verriet Christoph Ost, Geschäftsführer des Bauunternehmens Abenstein aus Ichenhausen (Kreis Günzburg). Mit Eigentumswohnungen für Senioren auf der Grundlage des Konzeptes des Betreuten Wohnens scheint man also nach wie vor voll im Trend zu liegen.

Nur soviel Hilfe, wie man braucht

Eine Möglichkeit zu bieten, um im Alter selbstbestimmt und gut versorgt leben zu können, ist auch aus Sicht von Giengens Oberbürgermeister Dieter Henle eine wichtige Errungenschaft für die späte Lebensphase. Für viele ältere Personen gehe es darum, „die Hilfe zu haben, die man braucht, aber auch nicht mehr“.

Insgesamt stehen für den Gebäudekomplex fast 2500 Quadratmeter zur Verfügung, auch Stellplätze im Freien und Carports werden angeboten. Vorgesehen ist im Gebäudeinneren auch eine Gemeinschaftsfläche, die Treffen im Haus ermöglichen und sportliche Aktivitäten unterstützen soll.

Betont wurden von Henle auch die kurzen Entfernungen zum Einkaufen und zum öffentlichen Nahverkehr im Umfeld des Gebäudes im Wohngebiet Memminger Wanne - „und eine Architektur, die so gar nichts von einem Altenheim hat. Das möchte St. Vincent ja auch nicht sein.“

Bezug zu einer Karibik-Insel

Im Namen der neu entstehenden Wohnanlage sah der Giengener Oberbürgermeister übrigens auch ein Programm. St. Vincent, so habe er recherchiert, sei eine Insel in der Karibik. Daraus abzuleiten, dass man in Giengen karibisches Leben bekommen werde, sei allerdings etwas hochgegriffen.

Dafür sah Henle einen anderen Bezug: Die einheimische Bevölkerung der Insel St. Vincent habe es über Jahrhunderte immer wieder geschafft, sich gegen scheinbar übermächtige Angreifer durchzusetzen und unabhängig zu bleiben. „Das ist, finde ich, ein schönes Bild für dieses Haus“, sagte Henle.

„Leuchtturm-Projekt“

Bevor zum symbolischen Spatenstich geschritten wurde, hob Christoph Ost noch hervor, dass man vor allem auch dem Thema Barrierefreiheit in der Planung großen Raum zugestanden habe. Hierfür habe man mit Ralph Ziemann extra einen Sachverständigen zum Thema „Barrierefreies Bauen“ mit ins Boot geholt. „In dieser Hinsicht wird das ein Leuchtturm-Projekt werden“, versprach der Geschäftsführer, der auch die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Giengen hervorhob.

Acht Einheiten auf den drei Wohngeschossen im Gebäude sind als Drei-Zimmer-Wohnungen geplant, die restlichen 20 als Zwei-Zimmer-Wohnungen.

Selbstbestimmt leben, aber auch Hilfsangebote nutzen

Betreutes Wohnen ist für ältere Menschen in den vergangenen Jahren immer bedeutender geworden. Darunter versteht man eine Wohnform, meist innerhalb einer Anlage, die es ermöglicht, sowohl das Leben selbstbestimmt zu gestalten, als auch zur rechten Zeit über nötige Hilfsangebote verfügen zu können.

So können die Bewohner in der eigenen Wohnung leben, je nach Bedarf aber auch begleitende Serviceangebote oder Pflegeleistungen, wie etwa durch die ökumenische Sozialstation, nutzen. Betreutes Wohnen beinhaltet aber auch die Umsetzung der Vorgaben zur Barrierefreiheit. tog