Giengen / tog Beim jüngsten Treffen wurden Hilfestellungen angeboten.

Knapp 20 Teilnehmer kamen zum Handwerkergespräch der Stadt ins Restaurant La Cucina. Oberbürgermeister Dieter Henle und Wirtschaftsförderer Sebastian Vetter hatten dazu Gastredner eingeladen, die sich allesamt zum Handwerk bekannten und den Betrieben Hilfestellungen anboten.

Markus Schweinstetter, betriebswirtschaftlicher Berater der Handwerkskammer Ulm, berichtete über die kostenlose Unterstützung der Betriebe von der Existenzgründung bis zur Unternehmensübergabe und präsentierte beispielhaft wichtige Punkte bei der Übergabe. Für einen geordneten und für beide Seiten sicheren Verlauf sollte sie mit mindestens drei Jahren Vorlauf geplant werden.

Thema Nachfolgeregelung

„Wer seinen Betrieb abgeben möchte, aber noch keinen Nachfolger hat, kann sich im HWK-Zentrum für Betriebsnachfolge per ‚Match-Making’ helfen lassen“, so Markus Schweinstetter. Dasselbe gelte für interessierte Handwerker, die einen Betrieb übernehmen möchten.

Landtagsabgeordneter Martin Grath sprach danach über die große Bedeutung der handwerklichen Strukturen für die deutsche Wirtschaft. Er sieht das Handwerk als Rückgrat der Gesellschaft und Rückhalt der Wirtschaft in Krisenzeiten.

Daher würden Handwerker mit ihren Sorgen und Nöten bei ihm immer auf offene Ohren treffen. Er freue sich darüber, „dass die Meisterpflicht für bestimmte Gewerke wieder eingeführt werden soll. Auch die Meisterprämie des Landes halte ich für eine sehr gute Maßnahme!“

Baden-Württemberg möchte ab dem kommenden Jahr den erfolgreichen Abschluss von Meisterprüfungen mit 1500 Euro Prämie belohnen, zudem soll es eine Gründungs- und Übernahmeprämie geben. Im Haushaltsplan 2020/21 sind dafür 5,5 Millionen beziehungsweise 1 Million Euro vorgesehen. Der Abgeordnete lobte das Handwerkergespräch überdies als „geniale Initiative der Stadt Giengen – das müsste überall so sein!“

Hans-Dieter Diebold von der Technischen Schule Heidenheim stellte die Talent-Company der „Heid Tech“ vor. „Bei uns können Handwerker ganz einfach in Kontakt mit interessierten Schülern kommen und Werbung für sich machen“, sagte er.

Das Beispiel Talent-Company

Die „Heid Tech“ bietet unter anderem Berufsfachschulen in den Bereichen Energietechnik, Fahrzeugtechnik, Feinwerk- und Metallbautechnik, Installationstechnik, Elektrotechnik und Metalltechnik. Schulabgänger erhalten dort eine breite fachliche Grundbildung mit allgemeinen und berufsbezogenen Inhalten, die in zugeordneten Berufen als erstes Ausbildungsjahr anerkannt wird.

„Die Talent-Company organisiert gerne kurze Veranstaltungen der Unternehmen mit interessierten Schülern aus dem Landkreis. Dort können künftige Azubis direkt angesprochen werden“, sagte Diebold.

OB Dieter Henle schloss die Vortragsreihe mit einem kurzen Überblick über aktuelle politische Themen in Giengen. Er erwähnte die verschiedenen Auszeichnungen der Stadt aus wirtschaftlicher Sicht, informierte über die Planungen im Lamm-Quartier und die positive Haushalts-Entwicklung. Auch 2019 werde das Ergebnis erheblich über Plan liegen. tog