Giengen/Zuffenhausen / Annika Sinnl Hartmut Rehorsch ist begeisterter Pilot. So begeistert, dass er sich jetzt einen Starfighter auf das Dach seines Unternehmens in Zuffenhausen bei Stuttgart gestellt hat. Damit sorgt der gebürtige Schnaitheimer und Giengener Flieger für Zoff – und für ein riesiges Medienecho.

Manche Menschen hissen Flaggen. Hartmut Rehorsch reicht das nicht. Der Geschäftsführer der Firma Merkle Schweißtechnik, der gebürtig Schnaitheimer und seit Jahren Mitglied bei den Giengener Fliegern ist, auf der Irpfel seinen Flugschein gemacht hat und dort auch immer wieder von der Landebahn abhebt, hat sich einen Starfighter – ein Kampfflugzeug – des Typs F 104 G auf das Dach seines Unternehmens in Stuttgart-Zuffenhausen gestellt. Man erinnere sich: Vor vielen Jahren stand auch in Sontheim eine Fiat G 91.

Der Instrumentenflugpilot Rehorsch sieht den Jet als Kultobjekt – nicht zuletzt deshalb, weil Starfighter auch mit Schweißgeräten von Merkle hergestellt wurden. In erster Linie soll es aber ein Denkmal sein für die 116 Piloten, die in einem solchen Flugzeug ums Leben kamen und denen sich Rehorsch nicht zuletzt durch seine eigene Vergangenheit verbunden fühlt, hat er doch beim Starfighter-Geschwader in Lagerlechfeld gedient. Übrigens: Auch im Kreis Heidenheim stürzten zwei Starfighter ab.

800 Stunden lang den Kanpfjet entmilitarisiert

Für eine sechsstellige Summe hat Rehorsch das Flugzeug gekauft und restauriert. 800 Stunden habe er zusammen mit Firmenmitarbeitern und Experten damit verbracht, den Kampfjet auf Vordermann zu bringen und ihn zu entmilitarisieren. Bordkanone, Triebwerk und Elektrik seien komplett ausgebaut.

Die Anwohner – wenige Meter hinter der Firma befindet sich ein Wohngebiet – sind verärgert, lehnen sich sogar dagegen auf. Das berichten unterschiedliche Medien. Jetzt hat sich das Baurechtsamt eingeschaltet.

Unterdessen wird Rehorsch mit Presseanfragen überschwemmt. Nicht nur „Stuttgarter Zeitung“, „Bild“ und Co., nein, sogar internationale Medien interessieren sich für seine Geschichte. Rehorsch hat deshalb extra zwei Halbtagskräfte angestellt, die sich um die Medien- und auch Kundenanfragen kümmern. Deshalb sei der Flieger in gewissem Sinne auch Werbung. Ein PR-Coup sei das Ganze aber nicht. Vielmehr erklärt Rehorsch: „So eine Maschine war schon immer mein Traum.“ Dass sie nun auf dem Dach gelandet ist, sei Zufall.