Die Interessengemeinschaft „Flächenverbrauch stoppen, Lebensgrundlagen erhalten“ äußert sich in einer Stellungnahme zum Spatenstich der Fa. Log Project im Giengener Industriegebiet „GIP A7“:

„Entgegen der Darstellung von Oberbürgermeister Henle ist die laufende und geplante Bebauung des 40 ha großen Gewerbe- und Logistikparks alles andere als im Einklang von Ökonomie und Ökologie. Vielmehr liegt hier die wohl größte Ressourcenverschwendung im gesamten Brenztal vor. Allein für das Vorhaben der Fa. Log Project wurden geschätzt 30.000 Kubikmeter fruchtbarer Ackerboden entfernt und nochmal 150.000 Kubikmeter der darunterliegenden Schichten ausgekoffert und umgelagert.“

Multifunktionale Mietimmobilie

Die IG weiter: „Dies nur um eine sogenannte multifunktionale Mietimmobilie zu erstellen, deren wirtschaftlicher Nutzen zunächst lediglich darin besteht, 53.000 Quadratmeter beheizte Lagerfläche samt einem riesigen Parkplatz und ausgedehnten LKW-Rangierflächen vorzuhalten. Wie bei den anderen Verteil- oder Distributionszentren dürfte sich die Zahl und Qualität der dadurch geschaffenen Arbeitsplätze und erst recht der Zuwachs an Wertschöpfung in engen Grenzen halten.

Die von Log Project aufgestellte Betonstütze versinnbildlicht tatsächlich einen Grabstein für all das, was der Regionalverband in den aktuellen Regionalplänen als Leitbilder formuliert hat und was dem politischen Willen in Land und Bund entspricht.“

Vertrauensvorschuss aufgebraucht

Weitere Kritikpunkte der Interessengemeinschaft: „Mithin hat die Stadt Giengen mit dem GIP A7 auch den Vertrauensvorschuss aufgebraucht, dass die Kommunalverwaltungen, aber auch der Regionalverband Ihrer Verantwortung gerecht werden und zukünftige Flächenplanungen so maßvoll, ressourcen- und umweltschonend wie möglich umsetzen, ohne kurzsichtigen, finanziellen Vorteilen nachzugeben. Bezogen auf Herbrechtingen darf es ohne konkrete Vorhaben wie bspw. die Modernisierung der Papierfabrik Palm in Unterkochen, der Standorterweiterung von Hensoldt in Oberkochen oder der Neubau der Fa.Schlatterer keine weiteren, auf rein hypothetische Bedarfe basierenden, Flächenerweiterungen mehr geben.

Die Interessengemeinschaft „Flächenverbrauch stoppen, Lebensgrundlagen erhalten“ wird alles in ihrer Macht stehende daransetzen, das, was von der lebenswerten Umgebung von Herbrechtingen noch übrig ist, zu erhalten, sodass sich der Giengener Umweltfrevel „GIP A7“ nicht wiederholen kann.“