Giengen / Marc Hosinner Zur Schärfung und Erweiterung des touristischen Profils will das Rathaus künftig neben den Zugpferden Steiff und Höhle auf Anziehungspunkte direkt im Zentrum setzen.

Das Steiff-Museum in Giengen und die Höhlenerlebniswelt in Hürben sind zweifellos die touristischen Anziehungspunkte schlechthin. Zusammen mit der Nähe zur Autobahn und weiteren Attraktionen wie der Mühle in Burgberg oder dem Jakobswegle machen sie die Stärken im Freizeitangebot für Gäste aus nah und fern aus. „Die Stadt als solche ist in den Köpfen der Besucher und der Veranstalter allerdings wenig verankert“, so Ellen Weiß, im Rathaus für den Bereich Tourismus verantwortlich, in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats.

Dort präsentierte Weiß ein Konzept, das Überlegungen für künftige Schwerpunkte im Bereich Tourismus zum Inhalt hat. Das letzte ausführliche Strategie-Papier für diesen Bereich war schon 2003 verabschiedet worden. Die darin enthaltenen Ziele und Aufgaben sind weitgehend umgesetzt: So ist Giengen beispielsweise als Hauptstadt der Teddybären positioniert.

Nicht zuletzt aufgrund von Aktivitäten im Umfeld wie dem Archäopark oder der Instandsetzung der Kaltenburg habe, so Weiß, eine zukunftsorientierte Anpassung der Strategie erfolgen müssen.

Im Wesentlichen zielen die Überlegungen darauf ab, Giengen als Mekka für den kurzen Familienausflug sowie für Tagesausflüge für Groß und Klein weiter zu entwickeln. Die Stadt soll dabei im Gesamten stärker in den Fokus rücken als die einzelnen Ausflugsziele.

Wow-Effekt für Kinder

In diesem Sinne wurden mehrere sogenannte Leitprojekte definiert, die künftig umgesetzt werden sollen. Ein zentraler Punkt befasst sich damit, einen Attraktion für Kinder in der Innenstadt zu schaffen. Konkret ist an einen Anziehungspunkt am Ende der Fußgängerzone im Bereich des Anlägle gedacht. „Wir wollen etwas mit einem Wow-Effekt bieten“, so Weiß. Dies könnte durch den Neubau eines großzügigen Spielplatzes erreicht werden, der Feuerwehr-Elemente oder Bären-Designs beinhaltet und insbesondere Steiff-Besucher anlocken soll. Wasserspiele in der Fußgängerzone könnten dabei den Weg durchs Zentrum aufwerten.

Stärker in den Blickpunkt rücken soll auch die Brenz: Dort fehle es an einem „Erlebnisplatz“, so dass Gäste auf andere Orte außerhalb der Stadt ausweichen würden. Den Anfang soll eine Kneipp-Anlage machen, die etwa um Sitzgelegenheiten, Brunnen oder Wasserspiele ergänzt werden könnte.

Platz für Wohnmobile

Auf der Agenda steht zudem ein Platz für Wohnmobile in der Stadt. Derzeit ist dieser ohne Infrastruktur auf dem Schießberg angesiedelt, was zu Unzufriedenheit bei Gästen und Einheimischen sowie den angrenzenden Sportvereinen führe. Daher wird eine Verlagerung nahe des Zentrums – etwa in der Schwage angestrebt, wobei auch eine Ver-und Entsorgungsmöglichkeit ebenso eingerichtet werden soll wie eine Beleuchtung.

„Wir müssen das Rad nicht neu erfinden. Aber durch unsere Vorhaben lassen sich die Aufenthaltsqualität und Besucherzahlen steigern“, so Weiß. Weitere Vorhaben, die in diese Richtung gehen, seien beispielsweise die Pilger-Herberge, die an der Mühle in Burgberg entsteht oder ein Jugendgästehaus, hinsichtlich dessen erste Gespräche geführt würden.

Über die Umsetzung des Konzepts wird in Kürze im zuständigen Ausschuss diskutiert.