Giengen / Philipp Hruschka Schwimmmeister Matthias Banzhaf und seine Kollegen bereiten schon seit Anfang April die geplante Eröffnung am 18. Mai vor. Das bringt jedes Jahr eine Menge Arbeit mit sich.

Der Rasen ist gemäht, die Schwimmbecken frisch befüllt. Trotzdem dauert es noch ein paar Tage, bis das Giengener Bergbad seine Tore öffnet. „Wenn das Wetter mitmacht“ ist es am 18. Mai so weit, sagt Schwimmmeister und Betriebsleiter Matthias Banzhaf. Er und seine beiden Bergbad-Kollegen sind schon seit Anfang April damit beschäftigt, alles für die ersten Badegäste der Saison vorzubereiten.

Und das bedeutet jedes Jahr eine Menge Arbeit: Die Startblöcke und Sprungbretter werden aus dem Winterlager geholt und montiert. Mit Unterstützung der Stadtgärtnerei werden die Grünflächen gemäht sowie die Bäume und Sträucher geschnitten. Die Betonplatten sowie alle Gehwege werden mit Hochdruckreinigern gesäubert, die gelbe Wasserrutsche wird geschrubbt. Erst wenn dann auch die Überlaufrinnen entlang der Becken vom Dreck befreit wurden, geht es an die beiden Schwimmbecken.

Frisches Wasser im Frühjahr

In denen befindet sich zu diesem Zeitpunkt noch immer das Wasser aus dem Vorjahr. Durch die Sonneneinstrahlung könnte es sonst ohne den Druck des Wassers nämlich sein, dass die Schweißnähte zwischen den Edelstahlplatten auf Dauer in Mitleidenschaft gezogen werden, erklärt der Schwimmmeister. Die Folge wären irgendwann undichte Stellen.

Zur Reinigung der Becken wird nach und nach das Wasser abgelassen, sodass sich der Schmutz langsam im tieferen Teil sammelt. Schließlich, wenn alles Wasser mitsamt dem Schmutz verschwunden ist, werden auch die Kanäle an den Beckenböden gesäubert, aus denen im laufenden Betrieb das frische Wasser kommt. Dann heißt es endlich „Wasser marsch“: 33 beziehungsweise 9 Stunden dauert es, bis Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken gefüllt sind, mit insgesamt 2,3 Millionen beziehungsweise 550 000 Liter Wasser.

Das alles ist heuer also schon passiert. „Das Gröbste haben wir hinter uns“, bestätigt Matthias Banzhaf. Bis zur Eröffnung bleibt trotzdem noch einiges zu tun. Mülleimer und Spielgeräte müssen montiert werden, und kurz vor der Eröffnung wird dann noch einmal alles sauber gemacht, einschließlich der Duschen und Umkleiden. Währenddessen sind außerdem die Mitarbeiter des Baubetriebshofs noch mit unterschiedlichen Arbeiten sowie kleineren Reparaturen beschäftigt.

Früherer Start nicht möglich

Warum öffnet das Bergbad eigentlich nicht schon früher? Banzhaf kennt sie natürlich, die Forderung nach einem vorgezogenen Saisonstart. Doch das gehe schlichtweg nicht. Erstens wisse man ja vorher gar nicht, ob das Wetter zum Beispiel Anfang April schon gut genug zum Baden sei. Und die insgesamt sechs bis acht Wochen Vorbereitungszeit würden in jedem Fall bestehen bleiben. „Im Zweifel würde das bedeuten, dass wir bei Frost anfangen“, meint Banzhaf. Zudem würden die Temperaturen, die die ersten Badegäste schon im April ins Wasser locken könnten, nachts noch stark abfallen. Also müsse man enorm viel heizen, um die 24 Grad Wassertemperatur zu halten, die reinste Energieverschwendung. „Wenn es überhaupt möglich wäre, die Temperatur zu halten“, gibt Banzhaf zu bedenken.

Keine Heizung bei Hitze

Direkt unter dem Bad sind die großen Filteranlagen sowie der Heizkessel untergebracht. Der heizt automatisch immer dann, wenn die Temperatur im Wasser unter die voreingestellten 24 Grad fällt. Und könnte bei niedrigeren Temperaturen, gerade nachts, durchaus an seine Grenzen stoßen. Bei sehr heißen Temperaturen wiederum komme man teils auch tagelang ganz ohne Heizung aus, erläutert der Schwimmmeister. Die Sonne wärmt das Wasser dann so auf, dass es auch über Nacht bei mindestens 24 Grad bleibt. Das Heizsystem bekommt dazu über einen Fühler ständig aktuelle Daten zur Wassertemperatur. Außerdem wird automatisch der Chlorgehalt sowie der pH-Wert gemessen.

Während der kommenden Saison arbeiten Banzhaf und seine Kollegen wieder in zwei Schichten. Um zu gewährleisten, dass immer zwei Personen den Badebetrieb beaufsichtigen können, kommt dazu Verstärkung aus Heidenheim. Ein Angestellter der Heidenheimer Stadtwerke, der sonst im Aquarena tätig ist, verstärkt dann das Team.

Keine schweren Unfälle

Was wünscht sich der Schwimmmeister für den kommenden Sommer? „Vor allem eine möglichst unfallfreie Saison“, sagt Banzhaf entschieden. Bei, wie im vergangenen Jahr, nahezu 100 000 Gästen sei klar, dass immer wieder etwas passiert. Doch schwere Unfälle ließen sich, auch durch die Aufmerksamkeit und schnelle Hilfe der Badeaufsicht, hoffentlich erneut vermeiden. Ansonsten wünsche man sich natürlich einen „guten, warmen Sommer“. Nur ein kleines bisschen mehr Regen als im vergangenen Jahr vielleicht. Damit die Liegewiese auch ohne zusätzliche Bewässerung schön grün bleibt.

Bergbad-Saison 2019: Über 100 000 Gäste?

Rund 98 000 Gäste zählte man im vergangenen Jahr, der beste Wert seit 2006 (über 105 000). Nach der vergangenen Saison freute sich Matthias Banzhaf zudem über einen weitgehend unfallfreien Verlauf.

Die aktuelle Saison ist die 25. seit dem Umbau des Bads im Jahr 1994. Damals wurden unter anderem die alten Betonbecken durch Edelstahlbecken ausgetauscht. hru