Giengen / Nadine Rau In der Schranne führten rund 70 Arbeitssuchende Blitzgespräche.

Schon einmal verlief das Speed-Dating zwischen Firmen und Fachkräften in der Schranne erfolgreich – nachdem feststand, dass das Unternehmen Sconvey schließen wird. Nun gab es eine Neuauflage der etwas anderen Art der Arbeitssuche in der Schranne, diesmal mit an Bord war der Landkreis. Rund 70 Arbeitssuchende, die zuvor entweder vom Jobcenter eingeladen worden waren oder selbst davon gehört hatten, informierten sich in zehnminütigen Gesprächen bei 17 Arbeitgebern aus dem Kreis und darüber hinaus über deren Stellenangebote.

„Fast alle Arbeitgeber waren mit zwei Vertretern da. Sie mussten sich aber bald aufteilen, um mehr Gespräche führen zu können“, beschreibt Giengens Wirtschaftsförderer Sebastian Vetter den Andrang. Vor allem bei metallverarbeitenden Unternehmen sei enorm viel los gewesen. Neben Firmen waren auch Bildungsträger vor Ort, außerdem nahmen die Arbeitssuchenden Beratungsangebote wahr und ließen etwa ihre Bewerbungsunterlagen prüfen.

Eineinhalb Stunden lang wurde gedatet, alle Interessierten führten mehrere Gespräche – darunter aussichtsreiche, so Vetter. „Ein, zwei interessante Angebote gab es für jeden“, erfuhr er aus Gesprächen mit den Teilnehmern.

Auch Michael Setzen, Wirtschaftsförderer des Landkreises, ist zuversichtlich: „Ich nenne keine Zahl, aber aus der Veranstaltung ergeben sich mit Sicherheit Arbeitsverhältnisse.“ Er sei angenehm überrascht darüber gewesen, dass so viele Firmen mit einem bunten Strauß an Stellen aufgewartet haben. Untereinander seien die Vertreter der Unternehmen ebenfalls in Kontakt getreten – in ungezwungener Atmosphäre.

Entspannt statt angespannt

„Vielleicht fühlt es sich anfangs etwas fremd an, einfach loszulegen. Der ganz große Vorteil ist aber, dass das hier nicht die typische, allseits bekannte Bewerbersituation ist“, verglich Oberbürgermeister Dieter Henle. Kaum verwunderlich also, dass diese Chance nicht nur Arbeitssuchende nutzten. Teilweise, so Vetter, seien Interessierte gekommen, die zwar derzeit einen Job haben, aber etwa nicht nah genug an ihrem Wohnort.

Mit im Boot waren dieses Mal neben der Stadt Giengen und dem Landkreis noch die IHK Ostwürttemberg, die Handwerkskammer Ulm, die Agentur für Arbeit und das Jobcenter Heidenheim. Die Kontaktstelle Frau und Beruf war ebenfalls vor Ort, um zu beraten. Gefördert wurde das Speed-Dating vom Wirtschaftsministerium des Landes.

Alles in allem hätte Sebastian Vetter zufriedener nicht sein können: „Die einzig negative Rückmeldung war die, dass eine Stecknadel für die Pinnwand abgebrochen ist“, scherzte er.

Gibt es also eine Neuauflage? Vetter könne es sich gut vorstellen, Setzen indes hätte von einigen Unternehmen bereits gehört, dass diese sich eine weitere Veranstaltung wünschen würden.