Giengen / Marc Hosinner Ein Kommentar von Marc Hosinner zum Mammut-Vorhaben an der A 7 und der Summe, die dafür benötigt wird.

Fast 38 Millionen Euro für die Finanzierung des neuen Industrieparks an der Autobahn: Eine stolze Summe, bei der die Giengener schon mal kurz nach Luft schnappen müssen, angesichts der Tatsache, dass die Stadt vor noch nicht allzu langer Zeit von Stuttgart aus gesagt bekam, wofür der Geldbeutel aufgemacht werden darf.

Die geplante Kapitalaufnahme ist nicht nur auf den ersten Blick gewaltig. Angst und bange werden muss es den Bürgern dennoch nicht.

Wer ein Vorhaben in dieser Größenordnung an der Autobahn stemmen will, muss es natürlich auch ausreichend mit Geld hinterlegen. Das ist die logische Konsequenz.

Die Finanzierung nicht über den städtischen Haushalt laufen zu lassen, war eine gute Entscheidung, da so ein klarer Blick darüber möglich ist, was an Geld ausgegeben und eingenommen wird. Oberbürgermeister Dieter Henle und Kämmerer Dr. Martin Brütsch konnten glaubhaft machen, dass Risiken minimal gehalten werden. Nur wenn es eine feste Käuferabsicht gibt, wird zuvor Grund erworben. Somit kommt die Stadt nicht wieder in die Situation wie im Ried, wo Grundstücke auch mit einer Sonderfinanzierung im Block erworben und nie verkauft wurden. Das Resultat ist bekannt: Vergangenes Jahr musste der Haushalt das Millionen-Defizit decken. So weit wird es jetzt nicht kommen.

Selbst falls das schlimmste, aber derzeit kaum wahrscheinliche Szenario einträte und das Vorhaben von der Regionalversammlung gestoppt werden sollte, würde die Stadt keinen finanziellen Schiffbruch erleiden.

Bleibt nur zu hoffen, dass nicht nur akribisch auf die Finanzen geschaut wird, sondern dass auch ökologische Gesichtspunkte mittels großzügiger Ausgleichsflächen nicht aus den Augen verloren werden.