Was war das für eine Diskussion, als beschlossen wurde, dass der Kreisverkehr an der Autobahn zur Kreuzung umgebaut werden soll. „Blanker Unsinn“ und Ähnliches mussten sich die Stadtverwaltung und die Planer anhören. Verkehrlich werde, so lässt sich die Diskussion, die gegen Ende des Jahres 2020 geführt wurde, zusammenfassen, die Welt im Süden Giengens untergehen.

Jetzt, da die Kreuzung steht, die Ampel den Verkehr regelt ist klar: Es läuft ziemlich reibungslos auf den Fahrspuren zwischen dem alten und dem neuen Industriepark an der A7.

In den Schlagzeilen

Gar nicht gut kam seinerzeit auch an, dass das aus Marmor gefertigte Tier, das als Kreisel-Teddy oder Teddy-Kreisel Schlagzeilen machte, weichen soll – war er doch mit seinen stattlichen 2,60 Metern Höhe der Giengener Grüß-Gott-August an den Autobahnausfahrten.

Natürlich fand sich ein neues Fleckchen Erde für den Bär, der am neuen Standort gar noch schöner glänzte, weil er nach dem Abbau am Kreisel flugs in die Kur geschickt worden war.

Eben da, am Ortseingang an der Ulmer Straße, steht er nun, seit fast genau einem Jahr. Wie es schien, könne das in die Schlagzeilen geraten und mehrere Tonnen schwere Geschöpf dort zur Ruhe kommen.

Von wegen: Arbeiten am Sockel sind es nun, welche die Gemüter erhitzen. Genauer gesagt wurden Fliesen angebracht. Zumindest in einem sogenannten sozialen Netzwerk werden Ausführung, Fugenbild und Farbauswahl nicht gerade mit Komplimenten bedacht.

Schwarz wird gepriesen

Vom Wort „fürchterlich“ wird in den Kommentaren mehrfach gebraucht gemacht, auch werden anthrazit und schwarz als bessere Farben gepriesen. gar wird gemutmaßt, die Fliesen kämen von der Resterampe.

Die realisierte Variante hat aber, und das soll auf keinen Fall verschwiegen werden, auch Befürworter. Einer davon ist ein gewisser Dieter Henle, bekannt als Oberbürgermeister Giengens. Sein Beitrag zur Diskussion sei hier wiedergegeben.: Liebe Giengenerinnen und Giengener, ja – die Geschmäcker sind verschieden, das ist sicher richtig. Zur Erklärung und sachlichen Argumentation trage ich unabhängig davon gerne bei: Die ausgewählten Fliesen zeichnen sich durch eine hohe Rutschklasse aus und sind für Balkone gedacht. Sie sind deshalb frostsicher und sorgen dafür, dass Kinder beim Klettern nicht so leicht ausrutschen, selbst wenn es regnet“

Und weiter: „Weil wir auch viele Sonnentage haben, ist ihr Farbton hell: So heizen sie sich wesentlich weniger auf als dunkle. Die hätten zudem den Nachteil, dass Verunreinigungen und Kalkflecken viel stärker auffallen würden. Und auch die nicht ganz gleichmäßig breiten Fugen haben ihren Grund: Sie passen sich dem Bären ebenso wie dem Fundament und dem nicht ganz ebenen Untergrund an.“

Ein Kunstwerk

Darüber hinaus sei der Teddybär ein Kunstwerk: Dort sei nicht alles rechtwinklig und „quadratisch, praktisch“. „Wir haben uns in puncto Sockel ganz auf den Fachmann verlassen, der auch den Bären geschaffen hat. Und ganz ehrlich: Mir gefällt das Ergebnis.“

Henles Beitrag endet wie er begonnen hat: „Die Geschmäcker sind halt verschieden.“ Da wird niemand widersprechen wollen.

Teddy in der Giengener Südstadt wieder aufgestellt

Bildergalerie Teddy in der Giengener Südstadt wieder aufgestellt

Klares Ergebnis bei Abstimmung


Die Abstimmung über den neuen Platz für den Teddy, bei der die Bürger gefragt waren, hatte ein klares Ergebnis gebracht: 435 der eingereichten Stimmen waren gültig, 43,0 Prozent davon favorisierten den Standort in der Südstadt.

Die anderen Vorschläge schnitten in der Abstimmung deutlich schwächer ab: Platz zwei ging an den Postberg (19,1 Prozent), Platz drei an die Planiestraße (18,4 Prozent), Platz vier an die Schwagestraße (12,9 Prozent), Platz fünf an die Herbrechtinger Straße, das sogenannte Frankfurter Kreuz (6,6 Prozent).