Giengen / Joelle Reimer Der Giengener Markus Thumm hat nach den Erdbeben in Italien ein Charity-Projekt ins Leben gerufen. Nun konnte er viele Sachspenden übergeben.

Hinter dem 39-jährigen Giengener Markus Thumm liegen ereignisreiche Tage. Tage, in denen er viel im Auto unterwegs war, viel telefoniert und viel organisiert hat. Und in denen er fast seine komplette Zeit dem eigens gegründeten Charity-Projekt mit dem Namen ,,Schutzengel für die Erdbebenopfer von Italien“ gewidmet hat. Ende August nämlich machte der Giengener genau zu dem Zeitpunkt Urlaub in Italien, als die kleine Gemeinde Amatrice und etliche Nachbarorte in Mittelitalien durch schwere Erdbeben verwüstet wurden. Spontan entschied er damals, helfen zu wollen, und stellte in den vergangenen Wochen einiges auf die Beine.

Seine Idee: In Deutschland sinnvolle Sachspenden zu sammeln und diese in die betroffene Region zu bringen. Dabei ging es ihm mitnichten um ganze Lkw-Ladungen voller Kartons – die Aktion sollte vielmehr einen Symbolwert haben. „Die Italiener sollten sehen, dass wir Deutschen dort nicht nur Urlaub machen, sondern uns auch in Notlagen solidarisch zeigen“, sagte Thumm.

Letztlich jedoch ließ sich die Menge der Sachspenden trotzdem sehen: Einen Transporter plus Anhänger packte er bis oben hin voll – 2500 Spenden aus dem Landkreis Heidenheim, Aalen und Ulm kamen zusammen – und fuhr die Dinge schließlich selbst nach Colonnella. Dort hatte er im Vorfeld Kontakt zu Bürgermeister Leandro Pollastrelli hergestellt, der dann die weitere Verteilung an die betroffenen Gemeinden in die Hand nehmen wird. „Er und Mitarbeiter der Gemeinde werden die Spenden katalogisieren und den betroffenen Städten und Dörfern anbieten“, so Thumm.

Als er mit seinen Spenden ankam, habe man sich in Colonnella sehr gefreut. „Diese vielen, vielen Spenden waren alles hochwertige Dinge, zum Teil Neuwaren. Das Projekt konnte nur so erfolgreich werden, weil viele auch in meiner Heimatstadt Giengen und der Umgebung etwas Gutes tun wollten“, so Thumm. So spendeten nicht nur etliche Privatpersonen, sondern auch die Naturfreunde Giengen – „und die Firma Steiff hat uns rund 100 Spielsachen gegeben.“