Giengen / Dieter Reichl Vor dem Gemeinderat blickte Oberbürgermeister Dieter Henle auf die angespannten Wochen der Pandemie zurück. Und warnt vor Leichtsinn.

Bevor Kämmerer Dr. Martin Brütsch vor dem Gemeinderat die finanziellen Aspekte beleuchtete, blickte Oberbürgermeister Dieter Henle auf die sonstigen Auswirkungen der Corona-Pandemie in den vergangenen Wochen zurück. Er betonte ausdrücklich, dass die Gefahren noch nicht vorüber seien und dass man keineswegs leichtsinnig werden dürfe.

Wie sehr das Virus auch in Gien­gen die Menschen beschäftigte, machte Henle anhand einer Zahl deutlich: Über die sozialen Netzwerke seien insgesamt 1163 E-Mails zu diesem Thema bei der Stadt eingegangen.

Drei Corona-Hotspots in Giengen

Eine besondere Herausforderung speziell für Giengen waren laut Henle die drei Hotspots mit vielen Corona-Infektionen in der Reha-Klinik, in der Pflegeeinrichtung Paul-Gerhardt-Stift und in der Landeserstaufnahme für Flüchtlinge im Ried. Es sei in diesen Fällen auch zu viel persönlichem Leid gekommen, er habe in diesem Zusammenhang großen Respekt für die geleistete Arbeit

Nach dem echten Ausbruch der Pandemie Ende Februar habe man im März sofort einen Krisenstab gebildet, der zunächst täglich und jetzt zwei- bis dreimal wöchentlich zusammenkommt. Es kam schnell zu Träger- und Schulleiterversammlungen, das Personal zur Überwachung der Corona-Verordnung wurde aufgestockt, Hotlines und eine Homepage wurden eingerichtet und täglich aktualisiert. Das aufgebaute Netzwerk zwischen Kommunen, Landkreis, Städtetag und Ministerien habe gut funktioniert. Auch musste keine Gemeinderatssitzung wegen des Virus ausfallen.

Nicht einfach seien die Umsetzung der Lockdown-Regelungen mit Hygieneplänen und die Organisation der Notbetreuung an den Kitas gewesen. Hierbei sei man lieber gründlich als schnell vorgegangen. Auch bei den Lockerungen galt und gelte es, nicht leichtsinnig zu werden, sondern jeden Schritt wohl zu überlegen.

Veranstaltungen habe man im Austausch mit den Veranstaltern so früh wie möglich und nötig verschoben oder abgesagt. Schmerzlich war die Absage des Kinderfestes („Da blutet das Giengener Herz“), was man durch ein entsprechendes Trostpflaster für die um ihr Vergnügen gebrachten Kinder auszugleichen versuchte. Aber auch andere Vergnügungen wie Halb Acht, das Entenrennen, das Stadtfest oder Partnerschaftsjubiläen habe man im Sinne der Gesundheit absagen müssen.

Kurzarbeit vermeiden

Zur Sicherstellung einer funktionierenden Verwaltung habe man das Homeoffice gestärkt und parallele Strukturen aufgebaut mit zwei Teams und jeweils elf Mitarbeitern; der Bürgerservice wurde gewahrt über die Vereinbarung von Einzelterminen oder durch die Einrichtung einer Außenstelle in der Schranne als Ausgabestelle für Pässe. Kurzarbeit habe man weitgehend vermeiden können. Insgesamt, so Henles Fazit, habe man so die Corona-Herausforderungen gut bewerkstelligt.

Hierfür gab’s seitens des Gemeinderats ausdrückliches Lob. Gaby Streicher sagte, angesichts der großen Herausforderungen mit drei Hotspots laufe es in Giengen in der Tat gut. So auch Elisabeth Diemer-Bosch: „Wir werden das Schiff gemeinsam gut schaukeln.“

Corona hat nach aktuellem Stand keine gravierenden Auswirkungen auf die städtische Finanzlage. Hilfen von Land und Bund sowie ein solides Rücklagenpolster sorgen dafür, dass wie geplant weiter investiert wird.