Giengen / Philipp Hruschka Trotz des Namens kommen beim Kinderfest,nicht nur die kleinen Giengener auf ihre Kosten. Die Stadt feierte wieder ihren „Nationalfeiertag“.

Ob Petrus nun Giengener ist, wie zum Kinderfest immer wieder zu hören ist, sei dahingestellt. Als um sechs Uhr morgens die Böllerschützen vom Bruckersberg den Beginn des Fests verkündeten, sah es noch gar nicht nach dem schon fast sprichwörtlichen Kinderfestwetter aus.

Doch spätestens zum Beginn des Festzugs war tatsächlich alles trocken, sodass einem erfolgreichen „Nationalfeiertag“ erneut nichts im Weg stand. Nach dem gemeinsamen Singen vor dem Rathaus zog der Festzug zu den Klängen der Stadtkapelle sowie des Spielmannszugs der Feuerwehr auf den „heiligen“ Schießberg. Begleitet wurden die Musikanten dabei auch von den eigentlichen Protagonisten des Tages, den Giengener Kindern. 595 Schüler beteiligten sich dieses Jahr. Oben angekommen durften sie beim Preistanz auf Geschenke hoffen.

Zweiter Einsatz für den OB

Oberbürgermeister Dieter Henle war dabei zum zweiten Mal im Einsatz, und sorgte mit der Zigarre dafür, dass der Zunder brannte, und die Stadtkapelle im Tanzkreis aufspielen konnte. Dazu liefen die Kinder im Kreis herum, während Helfer mehrere Holzstäbe von Kind zu Kind weitergaben. War ein Stück Zunder abgebrannt, stoppte die Musik. Wer dann einen der 20 Stäbe in der Hand hielt, hatte einen der Geschenkbeutel gewonnen. Diese standen bei den Kindern hoch im Kurs: Nach jedem Durchgang war großes Geschrei zu hören, mit dem sich die Gewinner ihren Preis abholten. Doch auch die Kinder, die nicht zu den glücklichen Gewinnern gehörten, bekamen am Ende einen Trostpreis.

„Insgesamt verteilen wir dieses Jahr 380 Beutel“, erklärt Gisela Deißler, die das Kinderfest schon seit 1998 vonseiten der Stadtverwaltung organisiert. Darin befanden sich zum Beispiel Bücher, Bälle, Schmuck oder Kuscheltiere. Die Geschenke kommen teils aus Spenden, den Rest kauft die Stadtverwaltung bei den Giengener Einzelhändlern ein.

Mit den Vorbereitungen gehe es bei der Stadtverwaltung rund zehn Wochen vorher los. „Wenn dann alles funktioniert, und man nach der langen Vorbereitung die fröhlichen Gesichter der Kinder sieht, ist das die beste Belohnung“, so Deißler. Am Nachmittag ging es für die Kinder bei den Wettspielen auf dem Festplatz weiter. Sackhüpfen, Wettlauf oder Seilziehen standen auf dem Programm, und wieder gab es kleine Preise zu gewinnen. Zur Eröffnung der Spiele ließ das Team der Stadtverwaltung insgesamt 250 Luftballons aufsteigen, an denen Grußkarten „vom Kinderfest in Giengen an der Brenz“ befestigt waren. Wer eine der Karte findet kann sie unter Angabe der eigenen Adresse an das Rathaus zurückschicken. Die drei Absendungen mit der weitesten Entfernung erhalten dann ein Geschenk von der Stadt, so Deißler. Für die Kinder gab es außerdem beim Kletterbaum und auf dem Zitterbalken nochmals die Gelegenheit, sich zu beweisen.

Wiedersehen der Jahrgänge

Natürlich kommen beim Kinderfest, trotz des Namens, nicht nur die kleinen Giengener auf ihre Kosten. Für die Jahrgänge, bei denen sich zum ersten Mal seit einigen Jahren auch die 90er wieder organisierten, wurde das Fest auf dem Schießberg bei Limo oder Bier zum geselligen Wiedersehen. Bis zum nächsten Jahr.

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