Giengen / hz Während die BSH von einer Betriebsunterbrechung betroffen sein wird, ist eine Stilllegung der Produktion bei der Albert Ziegler GmbH (noch) nicht in Sicht.

„Aktuell planen wir nicht, die Produktion einzustellen. Diese Maßnahme hängt natürlich zunächst davon ab, wie sich die Situation entwickelt und ob wir die Sicherheit unserer Mitarbeiter weiterhin gewährleisten können“, so Vanessa Brandt aus der Marketing-Abteilung des Feuerwehrausstatters.

Danach sei die Materialversorgung durch die Lieferanten ein wichtiges Kriterium und auch, ob die Kunden weiterhin in der Lage sein werden, die Fahrzeuge abzunehmen. Derzeit sei noch genügend Material vorhanden, um die nächsten zwei bis drei Wochen produzieren zu können. Bei Spezialteilen könne es aber auch schon früher zu Engpässen kommen.

Fahrzeugabholungen seien nur noch in stark reduzierter Teilnehmerzahl vor Ort möglich. Sollten die Kunden nicht anreisen wollen, sei eine Überführung des Fahrzeugs möglich. „Das Fahrzeug kann bei uns aber auch so lange stehen bleiben, bis die Krise überstanden ist“, so die Sprecherin des Unternehmens.

Große Projekte wie Auslieferungen ins Ausland seien bereits vor Beginn der Krise abgewickelt worden. Alle Termine, die der Absprache für weitere Projekte dienen, fänden nur noch per Telefon oder Videokonferenz statt. „Wir versuchen in jedem Fall vernünftig zu reagieren und werden zur Not Aufträge verschieben“, so Brandt. Es gehe darum, die Gesundheit der Mitarbeitenden nicht zu gefährden.

Die Gesundheit aller stehe an erster Stelle. Bereits vor den offiziellen Reisewarnungen seien Mitarbeiter ins Home Office geschickt worden. Reisen in Risikogebiete seien untersagt worden, Mitarbeitende die in einem Risikogebiet waren, würden im Home-Office arbeiten.

Ein Notfallplan sei schon zu Beginn der Krise erarbeitet und Vorkehrungen getroffen worden: Es sei Desinfektionsmittel im Unternehmen verteilt, Besuche und Werkführungen reduziert oder ganz abgesagt, große Veranstaltungen ebenfalls komplett abgesagt worden.

Anfangs dieser Woche sei zudem ein Zwei-Schichtsystem im ganzen Unternehmen eingeführt worden, sodass der Kontakt unter den Mitarbeitenden noch stärker reduziert wird. Auch die Kantine sei mittlerweile komplett geschlossen.

„Kurzarbeit kann bei uns eintreten, wir versuchen jedoch alles in unserer Macht stehende, das zu vermeiden“, so die Sprecherin zur aktuellen Situation.

Beim größten Giengener Arbeitgeber BSH werden ab Samstag viele Mitarbeiter von der Produktionspause betroffen sein. Diese könnte bis zu drei Wochen andauern.