Giengen / Thomas Grüninger Giengen profitiert seit Jahren vom Auftritt bei der CMT in Stuttgart. Das lässt sich anhand von Zahlen belegen.

Der jährliche Auftritt auf der weltgrößten Publikumsmesse für Touristik und Freizeit in Stuttgart, der CMT, sei für die Stadt Giengen „ein Muss“, bekräftigte Oberbürgermeister Dieter Henle gestern bei einem Besuch vor Ort. Der positive Effekt der Werbeaktion spiegle sich nicht nur in einer wachsenden Zahl von Anfragen in der Tourist-Info der Stadt jeweils im Anschluss an die Messe wider, seit Jahren steigen auch kontinuierlich die Übernachtungszahlen in Giengen.

2017 waren die Beherbergungszahlen erstmals auf über 40.000 gestiegen, 2018 gab es nochmals eine Steigerung um rund 1000 Übernachtungen. Für 2019 liegen zwar die endgültigen Kennziffern noch nicht vor. Es sei aber abzusehen, dass abermals ein neuer Rekord aufgestellt werde, sagte Henle: „Das ist ein Wachstumsmarkt und damit auch ein Zukunftsmarkt.“

Auch Einheimische profitieren

Die diesjährige CMT wolle man aber auch zum Anlass nehmen, den Freizeitaspekt als wesentlichen Faktor des Tourismus zu betonen, sagte der OB. Eine gut ausgebaute Freizeit-Infrastrukur komme nicht nur den Gästen, sondern insbesondere auch Einheimischen zugute.

Einzelobjekte wie etwa der Wohnmobilstellplatz würden zwar für Auswärtige errichtet, das Gros der Giengener Einrichtungen habe aber seinen festen Platz in der Freizeitgestaltung der Bürger. Hierzu zählen etwa Fahrrad- und Wanderwege, die Höhlenerlebniswelt, das Steiff-Museum oder auch Veranstaltungen bei der Alten Mühle Burgberg.

All diese Einrichtungen würden sich auch touristisch vermarkten lassen. „Unsere Investitionen im Bereich Freizeit und Tourismus rentieren sich also doppelt“, so Henle.

Mit Blick auf die nahe Zukunft bezeichnete der Oberbürgermeister den Wohnmobilstellplatz an der Hermaringer Straße, dessen Baubeginn fürs späte Frühjahr dieses Jahres anvisiert ist, und die Kneipp-Anlage beim Skulpturenpark als zwei wesentliche Infrastruktur-Maßnahmen.

Das Konzept beziehe aber auch die geplante innerstädtische Entwicklung mit ein. 2021 sollen ein attraktiver Spielplatz am Anlägle und ein Holzskulpturen-Pfad durch die Marktstraße folgen. Angesichts des weiterhin zu erwartenden Anstiegs der Besucherzahlen sei man froh, mit dem geplanten Barfüßer-Brauhaus samt Hotel künftig weitere Übernachtungsangebote vorhalten zu können.

Kommunale Zusammenarbeit betont

Im Beisein von Landrat Peter Polta und weiteren Bürgermeistern aus dem Kreis Heidenheim hob Henle auch die gute Zusammenarbeit in der gemeinsamen Werbestrategie der Brenzregion in Stuttgart hervor, was von allen Beteiligten bestätigt wurde. „Die Zusammenarbeit macht’s“, brachte Landrat Polta das gemeinsame Ziehen an einem Strang auf einen Nenner.

Mit Niederstotzingen setzt Giengen das Projekt „Erlebnis hoch drei“ fort, ein weiterer gemeinsamer Flyer werde aufgelegt. Auch einen gemeinsamen Fahrrad-Aktionstag für Familien zwischen Archäopark und Höhlenerlebniswelt soll es dieses Jahr wieder geben. Termin ist der 13. September.

Den Messeauftritt der Stadt Seite an Seite mit der Firma Steiff hat sich zudem längst für beide Seiten bewährt. Kombinierte Tagesausflüge zu Steiff und der Charlottenhöhle seien schon am ersten Messe-Wochenende „richtig gut nachgefragt“ worden, berichteten Carmen Grall vom Tourismus-/Marketingbereich der Firma Steiff und die Giengener Tourismus-Sachgebietsleiterin Ellen Weiß.

90 000 Besucher zum Auftakt

Schon das Auftakt-Wochenende verlief am Stand in Halle 6 der CMT überaus verheißungsvoll. „Da war noch mehr los als im vergangenen Jahr“, zeigte sich Ellen Weiß überzeugt. Rund 90 000 Besucher sollen die CMT bereits am vergangenen Samstag und Sonntag besucht haben. Im vergangenen Jahr waren insgesamt 260 000 Besucher gezählt worden. Die Urlaubsmesse ist noch bis 19. Januar geöffnet.

Der große Steiff-Teddybär ist wie immer der erste Blickfang am Stand. „Der wird geliebt“, erzählt Carmen Grall. Und er ist häufig der erste Anknüpfungspunkt für Gespräche: „Wir haben schon viele Geschichten von Besuchern über ihre Steiff-Tiere gehört.“

Youtube Giengen auf der CMT 2020

Bald auch Klangschalen-Events in der Charlottenhöhle

Ein Highlight im Tourismuskonzept der Stadt Giengen ist ohne Frage die Höhlenerlebniswelt in Hürben. 40 000 Besucher kamen im Vorjahr ins Tropfstein-Paradies, das dazugehörige Erlebnismuseum wurde von 18 000 Gästen aufgesucht. Tendenz steigend, wie Ulrike Brender-Nothnick, Vorsitzende des Höhlen- und Heimatvereins, gestern sagte.

Daneben erfreut sich auch das Höhlenhaus großer Beliebtheit. „Das können wir aber leider nicht an Zahlen messen, höchstens an der Summe verkaufter Kuchen und anderer Verköstigungen“, so Brender-Nothnick.

Der Vorsitzenden ist aber auch klar, dass es immer wieder neuer Angebote bedarf, um die erfreuliche Entwicklung fortzusetzen. So soll es in der kommenden Saison Klangschalen-Events in der Höhle geben und auch spezielle Kinderführungen wurden angekündigt.

Bei Veranstaltungen betonte Brender-Nothnick vor allem den regionalen Aspekt. So sollen beispielsweise Musikgruppen zum Zug kommen, die in der Region verwurzelt sind. „Wir haben auf engstem Raum so viele Highlights“, sagte die Vorsitzende des Höhlenvereins. tog