Giengen / Dieter Reichl Zugunsten der Vesperkirche: Die BSH-Bigband spielte ein munteres Benefizkonzert in der Stadtkirche.

Der Weihnachtsbaum steht zwar noch in der Stadtkirche und wird dies auch noch bis zum Ende der Vesperkirche tun. Am kommenden Sonntag geht sie zu Ende.

Mit der besinnlichen Weihnachtszeit allerdings hatte das durchwegs flotte, beschwingte Benefizkonzert der BSH-Bigband am Sonntagabend nichts mehr zu tun. Auch wenn man es beim Blick nach draußen hätte glauben können: es schneite heftig und hat sicher den einen oder anderen davon abgehalten, das warme Sofa zu verlassen.

„Schön, dass sie sich trotzdem auf den Weg gemacht haben“, sagte seitens der evangelischen Kirchengemeinde Vikarin Hannah Gack in ihrer Begrüßung. Und wer gekommen war – die Veranstalter seitens der Vesperkirche zählten rund 250 Musikfreunde – bereute es sicherlich nicht: die 19 Musiker der Bigband mit ihren zwei Sängerinnen sowie ihrem Bandleader Daniel Nusser sorgten 90 Minuten lang für musikalisches Vergnügen.

Bandleader in letzter Minute

Für die Band war dieser Auftritt für einen guten Zweck nicht der erste: im vergangenen Spätsommer konnte man sie auf dem Kirchplatz hören. Damals kam der Erlös dem Lädle Zusam zu Gute.

Jetzt also zugunsten der Vesperkirche. Dass es zu diesem Konzert kam, war gar nicht selbstverständlich, wie Bandgründer Jürgen Dauner und Moderator Markus Braun dem Publikum erklärten. Improvisation war vonnöten. Zum einen hat es personelle Veränderungen gegeben, den Trompeter und den Sänger hatte es gesundheitlich erwischt, und der noch neue Bandleader Andreas Schmid war in den USA. Erst eine Woche vorm Konzert wurde Daniel Nusser als „Ersatz“-Bandleader gewonnen. „Er hatte keinen Schimmer, was da auf ihn zu kommt“, sagte Jürgen Dauer scherzhaft. „Sehen Sie uns also nach, wenn es zu dem einen oder anderen Kiekser kommt.“

Viel Nachsicht war nicht vonnöten, sowohl Bandleader Nusser wie auch die Musiker erledigten ihren Job grundsolide. Die Band hatte zum einen nicht das geringste Problem damit, klanglich den großen Kirchenraum auszufüllen, und auch die Musiktitel waren klug ausgewählt. Man habe, so Markus Braun, „Klassiker, ruhigere Sachen und ein bisschen was Neues im Programm.“

So kam's und so reihte die Bigbahn eine musikalische Perle aus dem Swing, aus Pop und Rock aneinander. Glenn Miller kam zu seinem Recht, Kurt Weill mit Mackie Messer ebenso, die Baker Street mit ihrem markanten Saxophon, die Black Magic Woman der Band Santana. Musiker der Band glänzten mit Soli bei den Bläsern, auf der Gitarre, an den Keyboards oder am E-Bass, und ganz besonders glänzten die Stimmen der beiden Sängerinnen Stephanie Seifert und Jenny Paatz. Mal innig, mal als Rockröhre wechselten sie sich ab bei den Ohrwürmern „Perfect“, „Fly me to the moon“, „Monday Monday“, „California Dreaming“ oder „Three times a lady“. Gemeinsam sangen sie den Gospel-Klassiker „Oh happy day“, und das abschließende „Simply the Best“ sorgte für so viel Applaus, dass es als Zugabe wiederholt wurde. Und nach so viel musikalischer Wärme störte sich niemand groß dran, dass es durch unverändert dichten Schneefall und eisige Kälte nach Hause ging.