Kürzlich begrüßten Oberbürgermeister Dieter Henle und Stadtplaner Günther Ingold Besuch aus Stuttgart im Rathaus. Vom Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen waren der Referatsleiter Städtebauliche Erneuerung Ralph König in Begleitung von Uwe Kosse und Cornelia Redlinger, vom Regierungspräsidium Stuttgart Referatsleiterin Stadtsanierung Sabine Reiser und Martin Schelberg zu Gast. Anlass war die Bewertung der bisherigen Ergebnisse nach den Förderungen aus dem Landesanierungsprogramm sowie ein Gespräch über weitere Perspektiven für die Giengener Innenstadt.

Verlängerung bis 2027 möglich

Zuletzt wurden der Stadt Anträge auf eine Verlängerung und Aufstockung des Sanierungsgebiets bis zum Jahr 2025 bewilligt. Eine darüber hinausgehende Verlängerung bis 2027 halten die Vertreter des Landes für möglich. „Damit könnten wir ein weiteres wichtiges städtisches Vorhaben absichern“, erläuterte der Oberbürgermeister. „Der Bau eines zentralen Dienstleistungszentrums, gegebenenfalls mit einer Markthalle, Arztpraxen, Büros und einem zweiten Verwaltungsstandort, wäre in der Marktstraße 18-22/1 noch in den nächsten Jahren möglich – vor allem bei Bewilligung in den kommenden Jahren noch beantragter Mittelaufstockungen.“

Die zusätzliche „Finanzspritze“ würde darüber hinaus die Förderung weiterer privater Sanierungsvorhaben erleichtern, ebenso die drängende Neugestaltung des hinteren Kirchplatzes, so Henle. Die beantragte Erweiterung des Sanierungsgebietes entlang der Hohe Straße sei auf Wunsch interessierter Eigentümer zustande gekommen. Referatsleiterin Reiser und Schelberg bezeichneten die Erweiterung des Sanierungsgebiets an der Hohe Straße und im Schlössle fachlich als förderungswürdig. Das Land wolle auch energetische Sanierungen unterstützen. Dass die Stadt in ihren Maßnahmen Wert auf Klimaschutz legt – etwa durch eine klimaneutrale Bauweise des Dienstleistungszentrums oder eine Heizungserneuerung im Rathaus im Zuge der Wärmeleitplanung – bewerteten die Gäste positiv.

Viel Lob von den Gästen

Beim anschließenden Rundgang waren sie beeindruckt von den sichtbaren Verbesserungen und aktuellen Baustellen in der Innenstadt, wie dem neu gestalteten Rathausplatz und der barrierefreien Fußgängerzone. Referatsleiter König überzeugte besonders das bereits erfolgreiche städtische Programm „Giengen zahlt deine Miete!“. Dass private Investoren sich für Giengen interessierten und in diesen Fällen städtische, Landes- und Bundesmittel nicht fließen müssten (Beispiele Nahversorgungszentrum Sundgaustraße und Grabenschule) sei sehr positiv.

Referatsleiterin Reiser lobte die Stabilisierung der Finanzlage in Giengen. Lob gab es zudem für innovative Ideen von privater Seite wie etwa die Supermetzger-Aktion, ebenso für die gelungene Ansiedlung gemeinnütziger Einrichtungen wie des DRK-„Kleiderglück“ oder des Treffpunkts Integration in der Fußgängerzone. Auch hier sei Giengen ein Vorbild für andere Kommunen.  

Der Umfang und die Geschwindigkeit der Stadterneuerung sollen beibehalten werden, war am Ende die einhellige Meinung. Es besteht daher Zuversicht, dass die angestrebte Mittelaufstockung, die Verlängerung des Sanierungszeitraums bis zum Jahr 2027 und die beabsichtigte Gebietserweiterung bewilligt werden. „Wir würden uns sehr freuen“, resümierte der Rathauschef.