Wenn es wenigstens das schlechte Wetter gewesen wäre, das die Besucherzahlen des Bergbads so klein gehalten hätte. Stattdessen trübte das Coronavirus die Bilanz für das Jahr 2020. Mit insgesamt 29 098 Besuchern war die Saison die bisher schlechteste seit der Eröffnung des Bergbades im Jahr 1954.

Begonnen hatte die Saison am 20. Juni. Schon drei Tage zuvor konnten auf der Internetseite der Stadt Giengen Karten online gekauft werden. Das erforderliche Betriebs- und Hygienekonzept sah vor, dass sich höchstens 210 Badegäste im Bergbad aufhalten durften. Bis zum Ende der Saison wurde dieses Kontingent auf bis zu 300 Badegäste gesteigert. Dass diese Entscheidung wohl richtig war, zeigt der Zeitraum vom 6. bis zum 8. August: „Da es in dieser Zeit sehr warm war, wurden die Kontingente während allen Zeitkorridoren voll ausgeschöpft“, sagt Jürgen Roth, kommissarischer Werkleiter des städtischen Eigenbetriebs Gebäudemanagement.

Neben den Personen- gab es außerdem Zeitkontingente. Diese gingen werktags von 9 bis 12 Uhr, 13 bis 16 Uhr und 17 bis 20 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen von 9 bis 14 Uhr und 15 bis 20 Uhr, mittwochs beim Frühschwimmen von 7 bis 9 Uhr. In den Pausen wurde das Bad gereinigt und desinfiziert. Anders als im Heidenheimer Waldbad wurden die Zeitkontigente der Badegäste nicht mithilfe eines farbigen Armbandes überprüft.

Betrieb dank Regeln möglich

„Für uns war es alles andere als einfach, aber wir haben aus der Situation das Beste gemacht“, sagt Roth. Zu den Regeln im Bad zählten der bereits übliche 1,5-Meter-Abstand zu anderen Menschen und das Vermeiden von Körperkontakten wie Händeschütteln oder Umarmen. In geschlossenen Räumen, in Umkleiden- und Toilettenbereichen sowie beim Einkauf am Kiosk, also überall dort, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden konnte, war ein Mund-Nasen-Schutz vorgeschrieben. Das Ins-Wasser-Springen war untersagt, ebenso waren die Sprungtürme und Startblöcke geschlossen.

Wetter spielte doch eine Rolle

Schließlich spielte das Wetter doch noch eine Rolle, als am 10. September vonseiten der Stadtverwaltung vermeldet wurde, dass die Freibadsaison noch bis zum 18. September verlängert wird.

Für die Saison 2021 nimmt man bei der Verwaltung viel Erfahrung mit: „Wir werden überlegen, ob wir bei ähnlichen Verhältnissen den Kreisverkehr im Schwimmbecken und die Schwimmbahnen mit verschiedenen Geschwindigkeiten übernehmen“, so Roth. Tickets für das Bergbad können zukünftig permanent über das Internet gekauft werden.

Hygienekonzept für Hallenbad fehlt noch


Ab dem 5. Oktober öffnet das Hallenbad wieder für den Vereins- und Schulsport. Ab dem 9. Oktober darf dann auch die komplette Öffentlichkeit baden gehen. Das Hygienekonzept wird derzeit noch von der Stadtverwaltung ausgearbeitet.

Wegen der räumlichen Gegebenheit einer Halle werden für die Hallenbadsaison voraussichtlich deutlich strengere Regeln gelten. So muss eine Schwimmgruppe wegen der begrenzten Ein- und Ausgangsmöglichkeiten das Hallenbad komplett verlassen, bevor die nächste Gruppe reindarf.