Seit Montag ist die 35. Kinderfreizeit der AWO am Naturfreundehaus Hasenloch in vollem Gange, für die Organisatoren Simon Eberhardt und Jennifer Roscher ist es das erste Mal. Die beim AWO-Kreisverband angestellten Sozialpädagogen haben zuvor bei der Ferienfreizeit in Heidenheim mitgewirkt, doch das könne man ihnen zufolge nicht vergleichen. In Giengen gebe es andere Strukturen und Abläufe sowie den großen Unterschied, dass man sich nicht auf eigenem Gelände bewege, sondern sich bei den Naturfreunden „einmiete“. Dass man schon jetzt von einer gelungenen Premiere für Roscher und Eberhardt sprechen kann, liegt auch an der gewissenhaften Übergabe ihrer Vorgänger Inge Stoch und Udo Fehrle vom AWO-Ortsverein Giengen, die die Freizeit viele Jahre ehrenamtlich auf die Beine gestellt haben. „Wir hatten ganz oft Kontakt. Denn es gab Details, die konnten wir gar nicht wissen“, so Jennifer Roscher.

Betreuung von 8 bis 17.30 Uhr

Die 26-Jährige gibt zu, kurz vor dem Start „positiv aufgeregt“ gewesen zu sein. Denn erfahrungsgemäß würden am ersten Tag unerwartete Probleme auftreten. Tatsächlich hätte bislang alles reibungslos funktioniert. Nichtsdestotrotz: „Das Wort ‚stressfrei‘ kann man nicht in einem Satz mit ‚Kinderfreizeit‘ und schon gar nicht mit ‚erster Tag der Kinderfreizeit‘ sagen“, so Simon Eberhardt lachend. Ein Arbeitstag dauere gerade zwölf Stunden plus. Die Kinder sind montags bis freitags von 8 bis 17.30 Uhr anwesend, doch es müssen vor Feierabend Dinge aufgeräumt, im Team besprochen und Vorbereitungen für den nächsten Tag getroffen werden.

Ein eingespieltes Team: Jennifer Roscher und Simon Eberhardt leiten zum ersten Mal die Kinderfreizeit in Giengen.
Ein eingespieltes Team: Jennifer Roscher und Simon Eberhardt leiten zum ersten Mal die Kinderfreizeit in Giengen.
© Foto: Markus Brandhuber

Erfreulich: Schon am zweiten Tag meldeten sich einige Kinder für die nächste Woche an. Dieses Jahr gab es nämlich erstmals die Möglichkeit, sich nur für eine Woche anzumelden. „Die meisten sind aber beide Wochen da“, so Roscher. Diese Woche zählt man 63 Kinder, ab Montag werden es ebenfalls um die 60 sein.

Bedenken wegen Wetter und Essen

Im Vorfeld der Freizeit sorgten sich die jungen Organisatoren noch ums Wetter und ums Essen. Der Caterer, der die BSH-Kantine und seit Beginn auch die AWO-Kinderfreizeit beliefert, hätte für dieses Jahr zuerst zugesagt, dann aber wegen Personalmangel wieder abgesagt. Zur allgemeinen Erleichterung konnte der Caterer es doch noch ermöglichen.

Das Wetter hingegen hat es fast schon zu gut mit dem Sonnenschein und den Temperaturen gemeint. „Wir können uns glücklich schätzen, hier am Hasenloch zu sein, wo es bestimmt ein paar Grad kühler als etwa in der Giengener Innenstadt ist und die vielen Bäume Schatten spenden“, meint 31-Jährige. Das AWO-Team erinnert die Jungs und Mädchen regelmäßig ans Eincremen und Trinken und besteht darauf, dass eine Mütze getragen wird. „Wer keine dabei hat, bekommt von uns eine gestellt.“ Das Gute: Bei der Hitze würden sich die Kinder freiwillig im Schatten aufhalten und wenn man aus dem Trinken einen Wettbewerb mache, würde auch ausreichend Flüssigkeit zu sich genommen.

Wasserspiele zur Abkühlung

An jenem Nachmittag mit Temperaturen weit über der 30-Grad-Marke stehen Wasserspiele auf dem Programm, für Fußball oder Actionspiele sei es einfach zu heiß. Bei der Aussicht auf Abkühlung brandet Jubel in der Kinderschar auf, vereinzelt ist aber auch „Och nö“ zu hören. Die Kinder, die nicht viel für das nasse Element übrighaben, dürfen stattdessen im Schatten „chillen“.

„Das Schöne an der Kinderfreizeit ist, dass der Nachwuchs das machen kann, worauf er gerade Lust hat.“ Das Betreuerteam würde sich zwar ein Programm überlegen – so hat man zuletzt einen ganztägigen Workshop veranstaltet mit Batiken, Kresseköpfe herstellen und Jonglierbälle basteln – , aber wenn den Kindern nach etwas ganz anderem der Kopf stehe, plane man eben um.

Tatkräftige Unterstützung bekommen Roscher und Eberhardt von ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuern. Um ihnen die Sicherheit zu geben, wurden sie vorab pädagogisch und vor allem rechtlich geschult. Was versteht man unter Aufsichtspflicht genau? Wie geht man mit jüngeren und wie mit älteren Kindern um? Es sei vor allem wichtig zu wissen, dass es bei dieser Veranstaltung in erster Linie nicht um Erziehung, sondern um Spaß gehe.

Elternnachmittag nächste Woche

Davon soll es kommende Woche noch jede Menge geben, beispielsweise beim beliebten Elternnachmittag am Donnerstag. Die Organisatoren freuen sich darauf, mit den Eltern ins Gespräch zu kommen und ihnen die Gelegenheit zu bieten, die Leute kennenzulernen, die ihre Kinder betreuen. Am Montag habe es zeitlich nur für eine kurze Vorstellungsrunde gereicht.

Ob das Duo Roscher/Eberhardt nächstes Jahr wieder die Kinderfreizeit am Hasenloch leiten wird, ist noch nicht klar. Schließlich seien die Angestellten bei der AWO auch in andere Projekte eingebunden. Was sie aber sicher sagen können, vorausgesetzt Corona und die weltliche Lage lassen es zu, ist, dass 2023 die 36. Auflage stattfinden wird.

In große Fußstapfen getreten


In den vergangenen 20 Jahren hat Inge Stoch, Vorsitzende vom AWO-Ortsverein in Giengen, die Kinderfreizeit am Hasenloch organisiert. Etwa die Hälfte dieser langen Zeit konnte sie auf die Hilfe ihres Stellvertreters Udo Fehrle zählen, der als Lehrer den pädagogischen Part übernahm.