Giengen / tog Das Unternehmen produziert Biokohlenstoffe aus Resten holzartiger Biomassen. Für das Patent gab es den „German Innovation Award“.

Das Start-Up-Unternehmen Carbonauten GmbH aus Giengen erhält den renommierten „German Innovation Award“ 2020 in der Kategorie „Materials und Services“. Das gab Geschäftsführer Torsten Becker jetzt bekannt.

Entwickelt wurde ein neuartiger Kohlendioxid-Speicher, der als universeller Ersatz von Kunststoffen und Baumaterialien einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz liefert. Die Auszeichnung trägt den Titel „Winner Excellenz in Business to Business“.

Eingereicht hatten die Carbonauten die zum Patent angemeldete Materialfamilie Carbonauten-OCM, die aus Kombinationen von kohlendioxidsenkenden Biokohlenstoffen mit Bindern besteht. Der Gründer und Geschäftsführer Torsten Becker erklärt das Prinzip so: „Eine Tonne Biokohlenstoff speichert zeitlich unbegrenzt das Äquivalent von bis zu 3,6 Tonnen Kohlendioxid. Unsere Biokohlenstoffe werden dezentral aus beliebigen Resten holziger Biomassen gewonnen, die ansonsten verrotten und dabei Klimagase erzeugen würden. Das bedeutet: Je mehr Carbonauten-OCM hergestellt wird, desto besser ist das für die Umwelt.“

Aus Carbonauten-OCM entstehen wahlweise biologisch abbaubare oder beständige Produkte aller Art, beispielsweise Biopflanztöpfe (20 Millionen Stück werden täglich in der EU aus Plastik hergestellt), deren Binder sich im Boden zersetzen, dabei den Pflanzen Stickstoff für das Wachstum liefern, während die Biokohlenstoffe die Grundlage für den Dünger „Terra Preta“ bilden.

Die Carbonauten GmbH war 2017 von Torsten Becker mit dem Ziel gegründet worden, Kohlendioxid aktiv der Atmosphäre zu entziehen, in nachhaltigen Produkten zu speichern und weitere Klimagase wie Methan und Lachgas zu vermeiden. Das Unternehmen zog vor kurzem vom Gründerbahnhof Giengen ins Fachmarktzentrum Ried um. tog