Giengen / Mathias Ostertag Die Jahrgangsfeiern gehören zum Pfingstwochenende wie der Preistanz zum Kinderfest. Neun Feiern gab es am Wochenende - vom Jahrgang 40 bis zu den hochbetagten 90ern.

50 Jahre Altersunterschied – und doch lassen es sich die Jüngsten wie die Ältesten nicht nehmen, auch in diesem Jahr wieder in großer Zahl die Jahrgangsfeiern im entsprechenden Rahmen ausgiebig zu feiern. Bei den 40ern, die sich heuer im großen Saal der Walter-Schmid-Halle eingemietet hatten, konnte man zum Beispiel unterschiedlich umfangreiche Pakete buchen, unter anderem ein mehrtägiges, das von Samstag bis zum heutigen Dienstag reichte.

123 Erwachsene und 71 Kinder bei den 40ern

Die 40er, die erstmals eine Jahrgangsfeier organisierten, stellten dabei nicht mal die größte Gruppe. Zumindest, wenn man die Kinder weglässt: „123 Erwachsene und 71 Kinder“, hatte Jahrgangsorganisator Jochen Fuchs gezählt – und verwies damit auch auf den Familiennachmittag, der am Pfingstsonntag gefeiert wurde. Die meisten Teilnehmer kämen aus einem Umkreis von zwei Stunden Anfahrt, wusste der Organisator, es seien aber auch Jahrgängler aus Hamburg, Köln und Wien angereist. „Auch uns hat es überall hin verschlagen“, so Fuchs, auch in Giengen lebten noch viele Teilnehmer. Als Erkennungslogo haben die 40er einen Steiff-Teddy gewählt „Was liegt näher? Und außerdem gehörte das zu unserer Kindheit in Giengen dazu“, so Fuchs.

Die größte Gruppe stellten aber tatsächlich heuer die 60er, ein typischer „Baby-Boomer“-Jahrgang. 130 Menschen fanden in der Schranne Platz. „Wir waren teils 40 Kinder in einer Klasse“, erinnert sich Elisabeth Keck vom Organisationsteam, teils mussten Schulklassen in einen Raum im Obergeschoss der Bergschulhalle ausweichen, Keck selbst weiß noch, dass zu dieser Zeit die Pavillons an der Bühlschule in der Südstadt entstanden sind, um der Schülermassen Herr zu werden. Extra für die Jahrgangsfeier und das anschließende Kinderfest angereist waren mit Joanna Alvarez-Simon und Inma Calpe, die gleich noch eine Schwester aus Schorndorf und zwei weitere Freundinnen aus Barcelona mitgebracht hatten. „Wir sind in Spanien geboren, in Giengen aufgewachsen und dann wieder nach Katalonien zurückgekehrt“, erzählt Alvarez-Simon.

Hälfte der Teilnehmer ausgetauscht

Immerhin 92 Jahrgängler zählte man auch bei den 50ern, die sich im Margarete-Steiff-Gymnasium trafen. Auffällig dabei: Mehr als die Hälfte der Teilnehmer war zum ersten Mal überhaupt bei einer Jahrgangsfeier dabei, hatte also zuvor beim 40er-Fest gefehlt. Dafür fehlten dieses Mal die Zusagen von etwa gleich viel Mitschülern, sodass etliche die neuerliche Jahrgangsfeier verpassten. Den Weg nach Giengen gefunden haben aber ein Teilnehmer aus Lausanne in der Schweiz, ein weiterer aus Leipzig und auch ein ehemaliger, nach Kanada ausgewanderter Mitschüler, der mittlerweile wieder in der alten Heimat lebt.

Ebenfalls an Teilnehmern noch gut vertreten waren auch die 70er. 79 Jahrgängler waren der Einladung von Organisatorin Erika Rotter gefolgt, darunter auch einige, die zum ersten Mal überhaupt am Jahrgangsfest teilnahmen. „Zwei sind aus Berlin angereist, auch Dortmund und Thüringen sind nicht gerade um die Ecke“, so die Organisatorin.

Gefeiert haben aber noch weitere Jahrgänge: so trafen sich die 65er im Gasthaus Schlüssel (“La Cucina“), die 75er im SC-Heim in Hermaringen, die 80er im Hotel-Gasthof Lamm und die 85er am Pfingstsonntag im kleinen Saal der Walter-Schmid-Halle“. Zusammengefunden hatte sich heuer auch ein 90er-Jahrgang, der im Lamm auf die gemeinsame Vergangenheit anstieß.