Momentan kann man nur erahnen, wie die Untere Marktstraße samt Anlägle bald aussehen wird. Doch die Vorstellung wird immer konkreter, schon allein deshalb, weil mittlerweile die ersten neuen Spielgeräte vor Ort zu sehen sind. Keine ganz normalen Spielgeräte, wohlgemerkt: Der Rutschenturm stellt einen Heißluftballon dar, auf dem ein Einhorn sitzt, im späteren Kleinkindbereich ist ebenfalls ein Ballon zu finden, nur ein wenig kleiner und am Boden liegend.

Der Grund für die ausgefallenen Spielgeräte aus Robinienholz führt zunächst einmal weg vom Anlägle und hin zum Margarete-Steiff-Platz. Von dort aus wird es künftig einen Weg in die Untere Marktstraße geben, markiert durch mehrere Holzfiguren, die den Kindern die Geschichte eines Einhorns erzählen, das zu gerne fliegen können würde. Michael Fedchenheuer, Sachgebietsleiter für Grünflächen und Friedhöfe beim Tiefbauamt, ist überzeugt von den neuen Plänen für Kinder und Familien, man spüre dabei „viel Liebe zum Detail“.

Noch stehen die Holzfiguren im Bauhof, bald sollen sie den Erlebnispfad zwischen Steiff und Anlägle kennzeichnen.
Noch stehen die Holzfiguren im Bauhof, bald sollen sie den Erlebnispfad zwischen Steiff und Anlägle kennzeichnen.
© Foto: Michael Fedchenheuer

Das Anlägle, wie es bis zum Frühjahr werden soll, sei ein längerer Prozess gewesen, erklärt Fedchenheuer. Ganz am Anfang habe das Tourismuskonzept der Stadt gestanden, in dem ein neuer Anziehungspunkt für Familien vorgesehen war, um die Belebung am Ende der Fußgängerzone zu erhöhen. Gekoppelt wurde das Ganze schließlich mit einem Konzept des Kulturamts unter Andreas Salemi, in dessen Zuständigkeit der Weg von Steiff hin zum Anlägle liegt. Die dafür passenden Holzfiguren, die mit Motorsägen aus Holzblöcken ausgesägt worden sind, stehen seit vergangenem Jahr im Bauhof bereit.

Familien an die Hand nehmen

„Momentan arbeiten wir noch an den Fundamenten, die sind bei jeder Figur anders“, erklärt Salemi. Die Figuren, dass sind mehrere Tiere, die dem Einhorn dabei helfen, zu fliegen – mit einem Heißluftballon, der dann schließlich im Anlägle zu finden ist. „Wir wollen die Familien damit an die Hand nehmen. Die Kinder bekommen ergänzend ein schönes Rätselheft, in das sie Sticker einkleben können“, beschreibt Salemi die Idee.

Zurück zur Unteren Marktstraße, wo weiter kräftig gebaut wird. Priorität hat laut Fedchenheuer zunächst, dass sich rund ums Anlägle bald wieder Fußgänger und Autos bewegen können. Im autofreien Bereich neben dem Spielplatz ist bereits eine Vorrichtung zu sehen, in die ein Großbaum eingepflanzt werden soll. 13 weitere Bäume in der Unteren Marktstraße, Lichtstelen und hochwertige Sitzbänke aus Holz sind für den Platz vorgesehen, außerdem eine Holzstele mit einem Drehelement, aus der sich die Kinder Wasser holen können, sowie ein Wasserspiel, dessen Wasserlauf von kleinen Künstlersteinen, die die Lebenshilfe gestaltet hat, geziert wird.

Momentan kann man es sich nur vorstellen: Ergänzend zum Spielplatz im Anlägle wird der ganze Platz daneben ebenfalls aufgewertet. In die ovale Vorrichtung wird eine Linde gepflanzt, weitere Bäume werden folgen, außerdem Sitzbänke aus Holz.
Momentan kann man es sich nur vorstellen: Ergänzend zum Spielplatz im Anlägle wird der ganze Platz daneben ebenfalls aufgewertet. In die ovale Vorrichtung wird eine Linde gepflanzt, weitere Bäume werden folgen, außerdem Sitzbänke aus Holz.
© Foto: Nadine Rau

„Wir haben Anregungen von Bürgerinnen und Bürgern bei der Planung berücksichtigt“, so Fedchenheuer. Der Weg zum jetzigen Entwurf sei zwar ein schöner gewesen, aber auch ein schwieriger. „In dem Bereich liegen massive Kabelpakete unter der Erde, es verlaufen Kanäle und Gasleitungen“, schildert Fedchenheuer. Und auch oberirdisch gab es viel zu bedenken. Die große Linde musste letztlich weichen, Fedchenheuer ist aber umso glücklicher darüber, dass ein anderer gesunder Baum aus dem Bereich in die Memminger Wanne umgepflanzt werden und eine Linde vor Ort erhalten werden konnte. „Ich kämpfe um jeden Baum und ich denke, im Anlägle kann sich das Ergebnis sehen lassen“, so Fedchenheuer.

Für Drei- bis Zwölfjährige

In manchen Bereichen ergänzt die Untere Marktstraße bald den oberen Bereich der Fußgängerzone. Die Lichtstelen werden dieselben sein, auch WLAN soll es oben wie unten geben. Abgesehen davon wird der Bereich ein in sich geschlossener sein, in dem Eltern ihren Kindern – konzipiert ist der Spielplatz für Drei- bis Zwölfjährige – beim Spielen zuschauen können.

Das Anlägle soll eingezäunt und an drei Seiten bepflanzt werden, man kommt dann nur noch von der Marktstraße aus dorthin. „Ich hoffe, dass der Bereich nach der Fertigstellung vernünftig behandelt und nicht vermüllt wird“, sagt Fedchenheuer.

Was kostet das alles?

Veranschlagt für den Spielplatz sind 295.000 Euro, für den Erlebnispfad zwischen Steiff und Anlägle weitere 58.000 Euro. Gefördert wird die Stadt vom Land mit 180.000 Euro.