In einer Stellungnahme stellen sich Vertreter der Betriebsseelsorge Aalen/Heidenheim gegen eine Ansiedlung von Amazon im Gewerbegebiet an der A 7.

„Bei einem so gigantischen Eingriff wie er derzeit beim Industriegebiet an der A7 vorgenommen wird, können wir nicht in den aus unserer Sicht allzu optimistisch getönten Jubelchor einstimmen“, heißt es darin. Zwar erkenne man die Bemühungen an, „den ökologischen Schaden durch Grün auf den riesigen Dächern zu mildern, den Aushub zu nutzen, das Gebiet an den Nahverkehr anzuschließen und durch diverse Maßnahmen ökologisch aufzuwerten“. Dennoch stehe außer Frage, dass „dieses Stück Erde“ verloren sei.

„Immunität gegenüber ökologischen und sozialen Themen“

Zudem werfe gerade die Ansiedlung von Amazon Fragen auf: Das System Amazon, kritisiert die Betriebsseelsorge, sei bekannt für seine Immunität gegenüber ökologischen und sozialen Themen: „Es ist bekannt für seinen rücksichtslosen Kampf um immer höhere Marktanteile. Die berühmte letzte Meile zu den Kunden ist das vorrangige Ziel des großflächigen Ausbaus von Verteilzentren.“ Der Einzelhandel werde dies schmerzlich spüren. Neben der Umweltverschmutzung durch die Lkw wird auch der Umgang des Konzerns mit den Mitarbeitern in den Verteilzentren kritisiert: „Amazon ist nicht bekannt für einen fairen Umgang mit den Menschen, die dort arbeiten.“

Ob und in welcher Höhe schließlich Steuern bezahlt werde, bleibe ebenfalls abzuwarten. „In formaler Hinsicht mögen die Verfahrensfragen zum Gewerbegebiet in Ordnung sein. In ethischer Hinsicht sind sie es nicht“, heißt es weiter. Für die Vertreter der Betriebsseelsorge ist die Ansiedlung des Konzerns „kein Grund zu feiern“, sondern vielmehr ein Grund, „weiterhin sehr kritisch hinzuschauen, was dort an der Autobahn passiert“.