Die Hilfen aus dem Ökumenischen Diakonie- und Krankenpflegeverein (ÖDKV) werden in der Pandemiezeit eher häufiger benötigt. Dies wurde bei der vergangenen Versammlung des Vereins deutlich. Dort wurde von einer stärkeren Inanspruchnahme der Dienste berichtet. Was nach den Zahlen erfolgreich aussieht, ist für die Einzelnen Not lindernd und nötig.

Belastendes Jahr

So hat Markus Hammel, der Geschäftsführer der Ökumenischen Sozialstation Giengen und Unteres Brenztal, von einem zwar wirtschaftlich guten, aber von einem die rund 100 Mitarbeiter sehr belastenden Jahr gesprochen. Waren und sind sie doch diejenigen, die den Patienten in ihrem Zuhause ganz nah kommen. Es gab zwar jederzeit ausreichend Schutzmittel für die Mitarbeiter, wofür die Leitung gesorgt hatte. Dennoch waren sie an vorderster Front doch immer wieder psychisch und physisch stark belastet. Es wurde bedauert, dass es bis zuletzt keine gemeinsamen Impftermine wie in den Pflegeheimen gab, so dass sich jede Mitarbeiterin lange Zeit ihren eigenen Termin suchen musste. Erst vor Kurzem gelang es in Zusammenarbeit mit einer örtlichen Hausarztpraxis, auch jenen ein Impfangebot zu machen, die zuvor noch keinen Individuellen Termin ergattern konnten. Man hat, wie bei der Versammlung geäußert wurde, beim ÖDKV oft den Eindruck, dass die ambulante Pflege bei den Überlegungen in den Ministerien wenig beachtet wird und außerhalb des Blickwinkels ist, was die Wirkung und die Umsetzungsmöglichkeit der Beschlüsse angeht.

Besondere Hilfsbereitschaft

Die beiden Vereinsvorsitzenden, Pfarrer Dr. Joachim Kummer und Oberbürgermeister Dieter Henle, drückten daher auch ihre hohe Anerkennung und Wertschätzung für die Arbeit bei den Pflegebedürftigen zu Hause aus: „Der persönliche Einsatz der Pflegekräfte in der Pandemie dokumentiert eine besondere Bereitschaft, trotz eines eigenen Risikos zu helfen“, so Henle.

Ähnliche Wertschätzung erhält die ehrenamtliche Arbeit der Senioren-Alltagshilfe von Seiten der Kunden und Senioren – unter anderem abzulesen an den stark steigenden Einsatzzahlen der letzten Monate. Hermann Brender berichtete von 64 Einsätzen im März 2021. „Das waren so viele wie nie. Dabei achteten wir darauf, dass die Helfer der Alltagshilfe innerhalb der Wohnung in der Pandemie keinen Dienst taten und dass bei den Begegnungen die Coronaregeln eingehalten wurden.“ Immerhin, so Brender, gehören die helfenden selbst zu den – wenn auch etwas jüngeren - Senioren. Seit September 2020 sind die Einsatzzahlen vor allem beim Fahrdienst zu Ärzten oder zum Einkaufen stetig stärker gestiegen, oft für kurze Strecken innerhalb der Stadt.

Neue Mitglieder

Die Anerkennung der Arbeit brachte der Senioren-Alltagshilfe erfreulicherweise neue Mitglieder. Der demographisch begründete Mitgliederschwund wurde so deutlich gebremst, und 2020 wurden zudem weniger als die Hälfte der ursprünglich geplanten Rücklagen verbraucht. Mit 734 Mitglieder-Haushalten, also rund 1000 Personen, ist der Verein zudem einer der größten der Stadt. Er sieht sich als eine große Solidaritätsaktion der Christen zugunsten derjenigen, die Hilfe brauchen, und zwar für alle, gleich welchen Glaubens. „Das Miteinander in der Stadt beginnt idealerweise im füreinander da sein“, kommentierte der Oberbürgermeister.