Als Thomas Grüninger 1995 als Redakteur zur Heidenheimer Neuen Presse kam, war er zum einen längst ein alter (Zeitungs-)Hase und zum anderen dem aufmerksamen Leser des überregionalen Sportteils der Ulmer Südwest-Presse wohl bekannt. Denn bevor er sich auf eigenen Wunsch journalistisch wieder ins „kleine“ lokale Gewässer stürzte, hatte er lange mit dem „großen“ Sport zu tun, mit der Fußball-Nationalmannschaft, mit Kaiser Franz und Bundes-Berti. Davor hatte er, stets mit Schwerpunkt Sport, journalistische Erfahrung beim Reutlinger Generalanzeiger und zu Beginn seiner Karriere beim „Haller Tagblatt“ in Schwäbisch Hall gesammelt.

Rückkehr unproblematisch

Die Rückkehr auf die Ostalb fiel dem gebürtigen Steinheimer, Vater von zwei Töchtern, allerdings nicht schwer. Wohl wissend, dass die Themen, die den Menschen im Inneren bewegen, in einer kleinen Stadt genauso spannend sein können wie in den Metropolen dieser Welt. Das zweite Stockwerk in der HZ/HNP-Redaktion in der Giengener Marktstraße war ab seinem ersten Artikel (über das Giengener Stadtfest, den Panschertreff) für lange Jahre sein berufliches Zuhause. Lautstärke, Krawall und Spekulation waren seine Sache nicht. Sauber recherchierte Artikel, sachlich und verständlich erzählt, standen vor seinem Kürzel „tog“. Die amüsante Glosse zählte wie der meinungsstarke Kommentar zu seinen Stärken, und einen ganz eigenen Fanclub gewann er mit seinen humorvollen Gelegenheitsgedichten über Gott und die Welt.

Zurück zum Sport

Durch den redaktionellen Umbau bei der Heidenheimer Zeitung wechselte er 2010 als geschätzter Kollege wieder in den Lokalsport – ganz konnte der Gladbach-Fan dann doch nicht aus seiner Sportlerhaut. Aktualisierungen bis in den späten Abend sowie eine verstärkte Hinwendung zu Neuerungen wie Live-Ticker und Online-Berichterstattung gehörten dort zum Alltag. Die prägenden Personen waren jetzt nicht mehr Lothar Matthäus oder Günter Netzer, sondern Frank Schmidt und Marc Schnatterer, und es galt, den eindrucksvollen Aufstieg des 1. FC Heidenheim in die zweite Bundesliga journalistisch zu begleiten. Die Schlusskurve seines Redakteurslebens führte ihn dann aber doch wieder in die lokalen Gewässer der Stadt Giengen, womit sich beruflich der Kreis in gewisser Weise schloss.

Nach 39 Berufsjahren ist „tog“ jetzt in der Altersteilzeit angelangt und scheidet aus dem aktiven Zeitungsgeschäft aus. Dass nie mehr etwas von ihm zu lesen sein soll, kann sich die Redaktion allerdings nicht wirklich vorstellen. Und es ist ehrlich gesagt auch nicht sonderlich wahrscheinlich.