Giengen / Nadine Rau Der Auszubildende Lucas Teifel hat am Landschaftsgärtner-Cup in Heilbronn teilgenommen und musste unter Zeitdruck einen kleinen Garten anlegen.

Lucas Teifel ist gelernter Koch. Noch dazu einer, der gar nicht aus dem Kreis kommt. Auf den ersten Blick erscheint es daher etwas verwunderlich, dass der 24-Jährige bei der Bundesgartenschau in Heilbronn an einem Landschaftsgärtner-Cup teilgenommen und dabei Giengen repräsentiert hat.

„Gebürtig komme ich aus der Nähe von Erfurt, aber vor fünfeinhalb Jahren bin ich wegen besserer Verdienstmöglichkeiten nach Baden-Württemberg gezogen“, erklärt Teifel. Nach seiner Ausbildung habe er zwei Jahre als Koch gearbeitet, sollte im Restaurant „Gärtle“ in Sontheim als Küchenchef weitermachen, doch es kam anders. „Meine Küche war noch nicht fertig und draußen vor der Tür waren Landschaftsgärtner am Werk. Dann habe ich draußen geholfen und gemerkt, dass mir das Spaß macht“, erzählt der in Rammingen wohnhafte Teifel.

So hat er seine Lebensplanung kurzerhand noch einmal über Bord geworfen und eine zweite Ausbildung angefangen, diesmal bei Schiessle in Giengen. Im Sommer ist er damit fertig und bereits sicher, dass er damit einen richtigen Weg eingeschlagen hat. Auch seine Chefin weiß um sein Talent und hat ihn im Herbst gefragt, ob er bei der Bundesgartenschau am Landschaftsgärtner-Cup teilnehmen wolle. Teifels einzige Voraussetzung lautete: Zeitlich darf es sich nicht mit der Prüfungszeit überschneiden. Denn ein solcher Wettbewerb erfordert jede Menge Arbeit.

Zwei Wochen Vorbereitung

Anmelden konnte man sich für den Cup jeweils in Zweierteams, bei Teifel war noch Martin Renner dabei, Sohn seiner Chefin und tätig am Bodensee. So machte Teifel sich für zwei volle Wochen auf nach dorthin, um mit Renner zu üben, zu üben und noch mal zu üben. Zugelassen für den Wettbewerb wurde er aufgrund seiner guten Noten an der Berufsschule. Im Vorfeld wussten die beiden schon in etwa, was auf sie zukommen würde. Mauerbau mit Natursteinen galt es zu üben, etwas, das Teifel sehr gerne macht.

Sieben Stunden Zeit waren angesetzt, um einen Plan umzusetzen, der für eine drei auf drei Meter große Fläche geschrieben worden war. Die tatsächliche Fläche sei vier auf vier Meter groß gewesen und die Teams hätten diese mit der Mauer, mit gepflasterten Steinen und Pflanzen gestalten sollen. „An die vorgegebene Zeit haben wir uns immer näher herangetastet“, beschreibt es Teifel. Zu achten war außerdem auf eine korrekte Arbeitsweise und eine saubere Baustelle.

Während der zwei Wochen sind Teifel und Renner zu einem eingespielten Team geworden. Am Wettbewerbstag seien sie die Schnellsten und auch die Einzigen gewesen, die nach der vorgegebenen Zeit fertig geworden sind. Weil es anfangs geregnet hatte und die Bedingungen damit nicht perfekt waren, hätten die Prüfer den Teams 40 Minuten extra Zeit eingeräumt.

„Wir hätten die extra Zeit nicht gebraucht. Eine Tatsache, die leider gar nicht in die Wertung mit aufgenommen worden ist“, ärgerte sich der 24-Jährige hinterher. Von sechs Teams landeten sie am Ende auf Platz vier, für Teifel kaum nachvollziehbar. „Das Team auf Platz eins hat bis zur Halbzeit die Mauer falsch gebaut, auch das wurde einfach ignoriert.“

Teifels Ehrgeiz ist groß, er gibt selbst zu, dass er nie mit etwas zufrieden ist. Mit dem Ergebnis seines Teams aber war er es. „Ich habe Steine geschlagen, als ob es um mein Leben ginge“, versichert Teifel. Jeder Handgriff habe sitzen müssen, Zeit zum Nachdenken wäre nicht geblieben. So ignorierten sie auch die wegen des Regens bald durchnässten Pullover. Erst gegen Mittag sei die Sonne herausgekommen.

Während die angehenden Landschaftsgärtner geschuftet haben, seien die Prüfer über die Baustellen gegangen, um die Arbeit zu bewerten. „Ich fand es schade, dass Meister aus Baden-Württemberg für die Bewertung zuständig waren und nicht unabhängige aus einem anderen Bundesland“, so der Auszubildende. Eine Begründung für die Platzierungen habe es nicht gegeben.

Doch Platz vier hin oder her, Teifel war dennoch stolz: „Für mich persönlich war es eine der besten Mauern, die ich bisher gemacht habe.“