Der Verein für Homöopathie und Lebenspflege feierte kürzlich seinen 125. Geburtstag mit zahlreichen Gästen im evangelischen Gemeindezentrum. Rund 75 Personen nahmen an der Veranstaltung teil.

Oberbürgermeister Dieter Henle beglückwünschte den Verein in seinem Grußwort zu seiner langjährigen Geschichte. Er empfinde die Arbeit des Vereins als große Bereicherung, so Henle, und er freue sich auch darüber, dass man in den Heidenheimer Kliniken auch über eine Belegklinik für Homöopathie verfüge. Mit ihrer ganzheitlichen Arbeitsweise trage diese Belegklinik beispielhaft zum Angebot einer integrativen Medizin bei.

Ganzheitliche Sicht

Diese gründe sich auf die These, dass Gesundheit im harmonischen Zusammenwirken aller körperlichen und seelischen Faktoren im Sinne eines Gleichgewichts entstehe. Wenn man den Alltag in den Praxen und Kliniken betrachte, scheine diese ganzheitliche Sicht teilweise abhandengekommen zu sein, auch wenn moderne Medizin Großartiges leiste. Der Verein, so Henle, leiste einen wichtigen Beitrag zum Gesundheitsbewusstsein in der Region.

Es folgten Grußworte des Präsidenten der Hahnemannia, Mario Hopp, seiner Vorgängerin, Ingrid Maier-Regel, und dem Vorsitzenden des Fördervereins Krankenhaus, Günter Luft.

20 Gründungsmitglieder

125 Jahre ist es her: Am 5. Mai 1894 wurde der Verein für Homöopathie und Lebenspflege im Gasthaus „Zum Einhorn“ in Giengen ins Leben gerufen. Vorstand war damals der Orgelfabrikant Gustav Sebastian Bier, der zusammen mit dem Stadtaccisor Ernst Vogel als Kassierer und Julius Ade als Schriftführer geführt wurde. 20 Personen traten an diesem Abend bei und zahlten ein Beitrittsgeld von 50 Pfennigen, der monatliche Vereinsbeitrag betrug 20 Pfennige.

Reiner Wolff, der den Verein seit 50 Jahren führt, berichtete dann aus der Chronik von den Anfängen des Vereins, die in den Protokollbüchern niedergeschrieben waren. Das Thema „Gesundheit“ und sie vor allem zu erhalten, war dabei stets das größte Anliegen. Es wurden homöopathische Ärzte und Heilpraktiker aus dem württembergischen Raum bestellt, die meistens morgens anreisten, nachmittags Sprechstunden abhielten und abends ihre Vorträge zu Gehör brachten. Bereits damals wurden Kräuterwanderungen in die Umgebung von Giengen unternommen und auch gegen das Impfen – damals meist gegen Pocken – demonstriert.

Festvortrag als Höhepunkt

Zentraler Punkt der Jubiläumsveranstaltung war der Festvortrag von Herrn Dr. Andreas Laubersheimer, des Leiters der Belegklinik für Homöotherapie des Klinikums Heidenheim. Laubersheimer referierte über das Thema Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die in der heutigen, schnelllebigen Zeit immer häufiger auftreten und zu den meisten Todesfällen zählen.

Mit wohlklingenden, beruhigenden Musikstücken der Veeh-Harfen-Gruppe unter Leitung von Renate Stracke, wurde der feierliche Rahmen des Festes betont.