Giengen / Marc Hosinner Beim größten Giengener Arbeitgeber BSH werden ab Samstag viele Mitarbeiter von der Produktionspause betroffen sein. Diese könnte bis zu drei Wochen andauern.

Am kommenden Samstag wird es soweit sein: Der Kältegerätehersteller BSH wird den Produktionsbetrieb auch in Giengen einstellen. Grund: sinkende Nachfrage wegen des Coronavirus. Drei Wochen lang sollen aller Voraussicht nach die Bänder still stehen. Am Standort Giengen sind derzeit etwa 2900 Mitarbeiter beschäftigt. Wie viele davon von der Produktionsunterbrechung betroffen sein werden, lasse sich, so die Antwort auf eine Nachfrage beim Unternehmen, aktuell nicht sagen

Bei den „notwendigen und einschneidenden“ Vorhaben stünden das Wohl der Mitarbeiter und des Unternehmens und damit eine sozialverträgliche Gestaltung im Fokus. Dafür würden in Abstimmung mit den zuständigen Arbeitnehmervertretungen standortspezifische Regelungen getroffen, was beispielsweise Arbeitszeitkonten abzubauen, Urlaub einzubringen oder auch Kurzarbeit bedeuten könne.

Die BSH werde die Produktionsunterbrechung nutzen, um sich auf den Wiedereinstieg nach Überwindung der gröbsten Widrigkeiten der Coronavirus-Pandemie vorzubereiten und die Wettbewerbsfähigkeit der BSH am Standort Giengen zu sichern.

Dort waren, Stand Mittwochnachmittag, vier Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. „Selbstverständlich befinden sich diese Mitarbeiter in Quarantäne. Auch die direkten Abteilungskollegen befinden sich in häuslicher Isolation“, teilt das Unternehmen mit. Die weitere Steuerung habe das Gesundheitsamt übernommen.

Alle Beschäftigten würden laufend über vorbeugende Maßnahmen, Verhaltensweisen, Reisehinweise und Empfehlungen der WHO informiert. Beispielsweise seien in den Betriebsrestaurants die Hygienemaßnahmen verstärkt worden. Zudem seien bis Ende April 2020 internationale Geschäftsreisen unternehmensweit gestrichen und nationale Reisen auf ein Mindestmaß eingeschränkt worden. „Unsere Mitarbeiter sind angehalten, die Hygiene- und Verhaltensregeln vor Ort strikt zu beachten. Selbstverständlich reduzieren wir den physischen Kontakt soweit möglich“, so ein Unternehmenssprecher. Wo sinnvoll und möglich, werde die Option Homeoffice intensiv genutzt.

Während die BSH von einer Betriebsunterbrechung betroffen sein wird, ist eine Stilllegung der Produktion bei der Albert Ziegler GmbH (noch) nicht in Sicht.

BSH: es soll weiter geliefert werden

Die Bänder bei der BSH sollen stillstehen, doch die Lieferfähigkeit soll gewährleistet bleiben. Im Logistikbereich in Giengen umfasst das täglich bewältigte Volumen im Ein- und Ausgang rund 42 000 Großgeräte, rund 20 0000 Kleingeräte und 24 000 Paletten. 220 Lkw, 90 Container und 30 Bahnwaggons werden umgeschlagen.

Bei Ziegler wieder fast 700 Mitarbeiter

Beim international führenden Anbieter von Feuerwehrfahrzeugen und feuerwehrtechnischem Zubehör arbeiten weltweit etwa 1300 Mitarbeiter. Am Standort in Giengen sind es nahezu 700. Nach der Insolvenz war die Zahl der Mitarbeiter gesunken und nach der Übernahme durch die chinesische Unternehmensgruppe CIMC wieder stark gestiegen.