Gerstetten / HZ Das Land will stillgelegte Bahnstrecken mit hohem Fahrgastpotential reaktivieren. Infrage kommt wohl auch die Strecke Amstetten-Gerstetten.

Das Land Baden-Württemberg will in den kommenden Jahren das Angebot im öffentlichen Nahverkehr steigern. Dazu gehört laut einer Pressemitteilung auch die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken. Genannt werden 41 mögliche Reaktivierungsstrecken, darunter auch die die rund 20 Kilometer lange Strecke zwischen Amstetten und Gerstetten, die 1996 für den Personenverkehr stillgelegt wurde. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne): „Viele der zwischen 1960 und 1990 stillgelegten Strecken haben auch heute noch ein hohes Fahrgastpotential. Das wollen wir dort wieder heben, wo eine Reaktivierung noch möglich ist.“

Um die Mittel für Wiederinbetriebnahmen optimal einzusetzen, hat das Land eine vergleichende Machbarkeitsuntersuchung in Auftrag gegeben. Das Ergebnis soll Grundlage für eine Auswahl der zu fördernden Reaktivierungen sein. Bau und Betrieb müssten anschließend kommunal finanziert werden. Das Land kann Investitionen wie den Streckenausbau oder eine mögliche Elektrifizierung über das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGFVG) fördern. Außerdem können auch Mittel für die Schülerbeförderung bereitgestellt werden.

Das Ministerium hatte die Machbarkeitsuntersuchung bereits 2018 angestoßen. In einem Beteiligungsverfahren wurden von kommunale Gebietskörperschaften sowie von Verkehrsverbänden Vorschläge aus regionaler Sicht für mögliche Reaktivierungsstrecken eingeholt. Dabei wurden insgesamt 75 Strecken vorgeschlagen. Nach fachlicher Prüfung blieben 41 Strecken übrig, die für eine Reaktivierung in Frage kommen.

Bei diesen Bahnstrecken werden nun bis Ende 2020 das Fahrgastpotential sowie die erforderlichen Investitionen untersucht. Am Ende bleiben voraussichtlich 15 Strecken übrig. Wenn die kommunale Seite sich für eine Reaktivierung entscheidet, können Fördermittel vom Land beantragt werden. Infrage kommen Strecken von einem hohen Fahrgastpotential. Außerdem müssten die zu erwartenden Investitionskosten bei einem volkswirtschaftlichen Bewertungsverfahren einen positiven Nutzen erwarten lassen.