Zwei Rohrbrüche hatte der Zweckverband Wasserversorgung Ostalb im vorigen Jahr zu beklagen. Für Wassermeister Rainer Gräs (Gerstetten) wären dies nicht gerade viel, wenn sie sich nicht an wichtigen Transportleitungen ereignet hätten. Bei der Verbandsversammlung in Heldenfingen erstattete er seinen Bericht.

Einmal brach die Leitung auf der Strecke zwischen Lonsee und Ettlenschieß in einem schwer zugänglichen Wiesental. Zum Anderen hatte das Gerät im Vögelestal zwischen Amstetten und Türkheim, dem „Schicksalstal“ des Zweckverbands, Alarm geschlagen. Die Leitungstrasse durch das malerische Tal gilt unter den Monteuren des Verbands als besonders bruchanfällig.

Glatt gelaufen ist nach dem Bericht des Wassermeisters der Bau der neuen Leitung vom Gerstetter Hochbehälter nach Erpfenhausen. Auch der Gerstetter Wasserturm habe seine Grundreinigung dank Hubsteiger und Hochdruckspritzen gut überstanden. Der Beton sei nach 37 Jahren jetzt wieder in einem guten Zustand.

Grundlegend saniert wurde auch das Pumpenhaus in Bolheim. Wassermeister Martin Pulvermüller erinnerte die Verbandsmitglieder an erholungsbedürftige elektrische Anlagen, deren Modernisierung manche Dienstfahrt überflüssig machen könnte.

Im Verlauf der Versammlung schlossen sich Wahlen an. Jeweils für drei weitere Jahre wurden einstimmig Bürgermeister Roland Polaschek (Gerstetten) zum Vorsitzenden und sein Kollege Matthias Nägele aus Böhmenkirch zum Stellvertreter gewählt.

Walter Banzhaf verabschiedet

Nach 38 Jahren im Dienst des Zweckverbands wurde der Technische Betriebsleiter, Walter Banzhaf, in den Ruhestand verabschiedet. Er und fünf Fachkräfte für Wasserversorgungstechnik hielten über dreieinhalb Jahrzehnte hinweg 255 Kilometer „Wasserstraßen“ in Schuss und sorgten dafür, dass jährlich 2,3 Millionen Kubikmeter Trinkwasser auf die Alb herauf gepumpt wurden und ihre Ziele – 48 Stadt- und Gemeindeteile – erreichten. Allein 75 Kilometer dieser Wasseradern wurden in Banzhafs Dienstzeit neu gebaut. Ständige, auch nächtliche Bereitschaft zur Sicherung der Wasserversorgung war eine hohe Pflicht. Leckgeschlagene Leitungen und plötzliche Stromausfälle waren nicht selten.

An der Fachschule in Karlsruhe war aus Banzhaf ein examinierter Rohrnetzmeister geworden und im Alter von 36 Jahren übernahm er 1991 die technische Betriebsleitung des Zweckverbands. Der stellvertretende Vorsitzende Matthias Nägele würdigte Banzhaf: Er habe aus einem ursprünglich etwas ungeregelt auftretenden Haufen eine harmonisch zusammenwirkende Truppe gemacht.