Nachdem die Pilzsaison doch noch gut gestartet ist, treten bereits die ersten Nachtfröste im September auf. Die vergangenen Frostnächte gingen an Pilzen, die außerhalb geschlossener Wälder gewachsen sind, nicht spurlos vorbei. Besonders an Schattenseiten von Waldrändern und einzelnen Bäume sind Wiesen und Waldtrauf nass, die Pilze mit Wasser vollgesogen. Dünnfleischigere Arten wie Reizker, Schwindlinge, Parasol und Champignons gefrieren gänzlich durch und tauen tagsüber wieder auf. Dieser Prozess beschleunigt den Verwesungsprozess stark, die Pilze werden ungenießbar bis giftig und können trotz korrekter Zubereitung zu heftigen Magen-Darmproblemen führen, so der Gerstetter Pilzexperte Georg Schabel.

Eine Ingestion ist eine sogenannte unechte Pilzvergiftung ansonsten essbarer Pilzarten, hervorgerufen durch die beschleunigte Zersetzung der Pilzfruchtkörper und ist in der Symptomatik kaum von einer echten Gastrointestinalen Vergiftung zu unterscheiden. In manchen Fällen kommt beides zusammen und führt zu einem unfreiwilligen Klinikaufenthalt.

Dickfleischige Arten wie Steinpilz und Co. ertragen eine geringe Frostnacht, wen sie gut geschützt von einem Grasmantel umgeben sind. Mehrfach gefrorene und aufgetaute verströmen meist auch einen unangenehmen Geruch, der von der Zubereitung ebenfalls abhalten sollte. Längeres Kochen oder Braten ändert nichts daran, dass die Pilze verdorben sind.

Worauf zu achten ist beim Pilze sammeln

Beim gern gesammelten Fichtenreizker sind die betroffenen Fruchtkörper wässerig und ausgeblasst, die orangen Farbtöne sind gänzlich verschwunden. Den Unterschied zwischen frisch und verdorben zeigt der umgedrehte Hut. Die Lamellen, Hutrand und der Ansatz des entfernten Stiels sind kräftig orange, der Pilz hat eine knackige Konsistenz, das Fleisch ist nicht mürbe bis sehr weich.

Es sollten nur unbeschadete und knackige Pilze gesammelt und korrekt zubereitet werden – eine Mindestgarzeit von 15 Minuten sollte eingehalten werden, längere Garzeit schadet nicht. Beim geringsten Verdacht auf Pilzintoxikation sollte sofort ärztliche Hilfe gesucht werden. Im Zweifelsfall Kontakt zu einer Pilzberatungstelle aufnehmen zur Kontrolle der gesammelten Pilze. Zu beachten ist, dass die Pilze nicht abgeschnitten, sondern vorsichtig herausgedreht werden, um alle Bestimmungsmerkmale zu erhalten.

Gerstetten

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