Gussenstadt / Karin Lorenz Neubau oder Sanierung? Für die Turnhalle Gussenstadt wurden Konzepte vorgestellt. Auch eine Lösung mit Kindergarten ist im Gespräch.

Derzeit ist man in der Gesamtgemeinde Gerstetten mit dem Neubau und der Finanzierung der Lindenhalle in Dettingen beschäftigt. Parallel dazu wird jedoch bereits am nächsten Großprojekt gefeilt: an einer neuen Lösung für die alte Turn- und Festhalle im Ortsteil Gussenstadt. Die Halle ist sanierungsbedürftig. Eine Studie zum baulichen Zustand inklusive dreier Lösungsvarianten für eine Sanierung bzw. einen Neubau wurden vom Planungsbüro Sportconcept erarbeitet und im Gemeinderat vorgestellt. Die geschätzten Kosten für die drei Vorschläge liegen zwischen rund 3,6 und 4,3 Millionen Euro.

Die Gussenstadter Halle ist in keinem guten Zustand, aber noch nutzbar. Eine energetische Sanierung der Wände wäre notwendig, es fehlt auch eine Fußbodendämmung. Ferner gibt es Defizite im Bereich Brandschutz, das Gebäude ist nicht behindertengerecht, es gibt zu wenige Toiletten, die Küche verfügt über keinen direkten Zugang zur Halle für die Essensausgabe, das Lager ist nur über Außentreppen zu erreichen und die Hallendecke ist zu niedrig für Volleyball-Bezirksliga-Spiele. Außerdem fehlt eine Zuschauer-Tribüne und die Schneelast-Tragfähigkeit des Flachdachs entspricht nicht den aktuellen Vorschriften. Allerdings gilt hier Bestandsschutz.

Teilweise oder ganz abreißen?

Laut Studie von Sportconcept ist die Hallengröße prinzipiell ausreichend für den Umfang der Nutzung – rund 400 Besucher kann sie fassen. Um die strukturellen Missstände der Halle zu beheben, sei eine reine Sanierung der aktuellen Halle jedoch nicht möglich, zu groß seien die baulichen Veränderungen.

In Variante eins wird deshalb der Abbruch des vorderen Bereichs der Halle vorgeschlagen, ein Teilneubau der Nebenraumspange und eine Sanierung des restlichen bestehenden Gebäudebereichs. Variante eins ist mit geschätzten Kosten von rund 3,6 Millionen Euro am günstigsten.

Variante zwei sieht den Abriss der Halle vor und einen Neubau an gleicher Stelle. Die Kosten liegen bei etwa 4,1 Millionen Euro. Mehrkosten entstehen auch deshalb, weil im Falle eines Neubaus der Bestandsschutz verloren geht. Unter anderem sind dann laut aktuellen Vorschriften 20 zusätzliche Parkplätze und 41 Fahrradstellplätze erforderlich.

Variante drei schlägt einen Abriss und Neubau auf dem hinteren Bereich des Grundstücks vor. Hier wird mit Kosten von 4,3 Millionen Euro gerechnet.

Nach der Vorstellung dieser Zahlen war es Gemeinderat Andreas Müller (CDU) wichtig klarzustellen, dass nun erst die Lindenhalle gebaut werden müsse, ehe man entscheiden könne, was man sich noch leisten könne.

„Wir wissen sehr genau, wo wir vom Haushalt her stehen“, versicherte Bürgermeister Roland Polaschek. Wichtig sei es aber, frühzeitig in die Planung einzusteigen, damit man die Bedürfnisse aller Nutzer der Halle berücksichtigen könne und am Ende nicht in Zeitdruck gerate.

Das bestätigte auch Georg Jäger (KWG), der noch eine vierte Variante ins Gespräch brachte: „Das Bildungszentrum Gussenstadt“. Da der benachbarte Kindergarten ebenfalls erheblichen Sanierungsbedarf aufweise, sei es sinnvoll, über ein Gesamtkonzept von Schule, Kindergarten und Halle nachzudenken, so der Gussenstadter. Ratskollege Werner Häcker (FWV) sprach sich ebenfalls für solche Überlegungen aus. Über die Idee, den Kindergarten mit der Turnhalle zu integrieren, werde im Dorf bereits gesprochen „und es stößt überall auf Akzeptanz“. Vielleicht könne man auf diese Weise sogar zusätzliche Förderquellen auftun, beispielsweise über Fördermittel für Sportkindergärten. Was den Abschluss der Planungen angehe, habe man sich in Gussenstadt das Jahr 2020 als Ziel gesetzt.