Gerstetten/Hermaringen / Christine Weinschenk Warum wurden bisher nur zwei Gemeinden aus dem Landkreis berücksichtigt? Ein Sprecher des Ministeriums erklärt.

Bund und Land wollen den Breitbandausbau vorantreiben. Digitalisierungsminister Thomas Strobl übergab jetzt entsprechende Förderbescheide des Landes in Stuttgart. Laut einer Pressemitteilung wurden insgesamt 146 Förderanträge mit einem Volumen von 92,8 Millionen Euro bewilligt. Insgesamt profitierten 63 Zuwendungsempfänger in 28 Stadt- und Landkreisen. Darunter ist auch die Gemeinde Gerstetten, die eine Fördersumme in Höhe von rund 138 000 Euro erhalten soll.

Neben der Förderung vom Land können auch Anträge beim Bund gestellt werden. Insgesamt winkt damit eine Förderung der Ausbaukosten für Kommunen in Höhe von 90 Prozent (40 Prozent davon vom Land Baden-Württemberg).

Laut einer weiteren Pressemitteilung des Wahlkreisabgeordneten Roderich Kiesewetter (CDU) hat die Gemeinde Hermaringen für die Erschließung unterversorgter Gebiete mit Breitband einen Zuwendungsbescheid des Bundes in Höhe von knapp 400 000 Euro erhalten. „Mit einer Förderquote von 50 Prozent durch den Bund investiert die Gemeinde insgesamt also knapp 800 000 Euro in die Erschließung mit schnellerem Internet“, resümiert Kiesewetter.

Doch wie steht es um die Bundesförderung in Gerstetten und wie um die Landesförderung in Hermaringen? Ein Sprecher des baden-württembergischen Innenministeriums erklärte auf Nachfrage, dass Hermaringen bisher nur einen Antrag auf Bundesförderung, nicht aber auf die Landes-Co-Finanzierung gestellt habe. Gleiches gelte umgekehrt für Gerstetten. „Nach unserem Stand hat Gerstetten noch keine Bundesförderung beantragt.“

Zudem drängt sich die Frage auf: Warum wurden bisher nur zwei Gemeinden aus dem Landkreis berücksichtigt? Laut getroffenen Gemeinderatsbeschlüssen wollten sich weitaus mehr Städte und Gemeinden um die hohe Förderung bewerben. „Uns liegen bisher keinerlei weitere Anträge aus dem Landkreis Heidenheim vor“, erklärt der Sprecher des Ministeriums. „Auch wenn Beschlüsse gefasst wurden, bei uns ist noch nichts eingegangen.“

Für unterversorgte Gebiete ist das offenbar aber kein Grund zur Resignation. „Es gibt keine Fristen, die eingehalten werden müssen“, so der Sprecher. „Anträge, die in diesem Jahr oder dieser Legislaturperiode eingehen, werden geprüft und können die Förderung erhalten.“