Gusstenstadt / Ulrich Bischoff Die Forstbetriebsgemeinschaft Steinheim beschäftigte sich mit den Folgen des Käferfraßes.

Bis zur Jahresmitte hat sich der Sommer 2018 aus Sicht der Waldbesitzer gut angelassen. Vom Juli an aber wurde es durstig. Die Trockenheit und die extreme Hitze ließ den Wald leiden. „Försterwetter“ war dies in der zweiten Jahreshälfte beileibe nicht, zumal als Folge des Jahrhundertsommers die Borkenkäfer geschwaderweise über die Fichten herfielen. Die Folge: entwertete Hölzer und in den Keller purzelnde Preise.

Mit dieser Bürde im Kopf trafen sich die Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft Steinheim (FBG) zu ihrer 66. Hauptversammlung im Gussenstadter Hirsch. Neben den Käfern bedrückt die Waldbauern derzeit aber auch die Frage, wer sich künftig um die Betreuung ihrer Wälder kümmert.

Als Folge des Kartellverfahrens werden die Forstreviere neu organisiert. Dies lässt neue Zuständigkeiten entstehen. Ortsvorsteher Werner Häcker stellte daher vorweg schon die Frage, ob künftig auf einem Markungsgebiet etwa zwei Förster, der eine für den Kommunalwald und der andere für den Privatwald, tätig würden. Er hielte dies „für unsinnig“.

Vorläufig lägen hierfür nur Entwürfe vor, hieß es am Vorstandstisch. Im März wisse man mehr, meinte Forstrat Pascal Hecht, der im Landratsamt für die kommunalen und für die privaten Wälder zuständig ist. Klar aber war für Hecht, dass die Betreuungsgebühren künftig kostenecht berechnet würden. Im Privatwald, so schätzte er, lägen die Mehrkosten bei 2,5 und drei Euro je Festmeter. Die Qualität der Betreuung werde unter der Reform nicht leiden.

204 Waldbesitzer führt die FBG derzeit in ihrer Kartei. Hinter ihnen stünden inzwischen, verteilt auf Steinheim und Gerstetten, 576 Hektar Wald, versicherte Vorsitzender Gerhard Sattler. Rund 10 000 Forstpflanzen habe die FBG über verbilligte Sammelbestellungen bezogen, vorrätig seien Lichtwuchsröhren und Drahtmaterial.

Martin Palaoro ist Forstmann und managt den Holzverkauf für die Waldbauern vom Landratsamt aus. Er muss mit dem Kleinmengenproblem fertig werden und bat darum, den Streuanfall vor allem beim Käferholz auf möglichst wenige Lagerflächen zu konzentrieren. Außerdem plädierte er beim Frischholzeinschlag für strikte Zurückhaltung. Als Folge des Käferfraßes bewegten sich die Preise für das Nadelholz im Sinkflug. Allein frisch aufbereitetes Papierholz sei begehrt.

Geköpfte Fichten

Sein Försterkollege Andreas Kühnhöfer (Steinheim) ging auf die aktuellen Schadensereignisse ein. Der Sturm „Burglind“ pustete bereits im Januar so heftig, dass Bäume in einer noch nicht bekannter Zahl zu Bruch gegangen seien. Übler noch spielten dem Wald die Schneelasten mit. Die Zahl der durch Gipfelbrüche geköpften Fichten seien vor allem auf der höher gelegenen westlichen Alb in die Tausende gegangen. Neben den notwendigen Kontrollgängen legte Kühnhöfer den Waldbauern die Pflege ihrer Jungbestände ans Herz.

Als Gerhard Sattler den Punkt Wahlen aufrief, stieß er auf große Einmütigkeit. Alle zur Wahl stehenden Amtsinhaber kandidierten wieder und alle wurden anstandslos wiedergewählt: Vorsitzender Gerhard Sattler (Steinheim), Kasse Hans Mack (Gnannenweiler), Schriftführer Albert Stegmaier (Küpfendorf). Vertrauensmänner für Söhnstetten: Thomas Beilharz, für Gnannenweiler: Werner Barchet, für Gussenstadt: Werner Jooß, für Steinheim: Hans Vogel und für Sontheim Eugen Beißwanger.