Drei Frauen mit Köpfchen und ein Mann mit Designerblick und handwerklichem Geschick konnte die Stiftung „Preis der Gerstetter Wirtschaft“ im Stucksaal des Bahnhotels auszeichnen.

Dr. Alina Handl

Einen der Preise bekam dieses Jahr Dr. Alina Handl, die mittlerweile in Weil am Rhein lebt.

Die 32-jährige Doktorin begann ihre Laufbahn einst an der Realschule in Gerstetten und legte an der Maria-von-Linden-Schule in Heidenheim ihr Abitur ab. An der Hochschule in Biberach wählte sie den Studiengang Pharmazeutische Biotechnologie in Richtung Genetik. Ermutigt durch die gute Abschlussnote ging es im gleichen Studiengang an der Universität Ulm ins Masterstudium. Ihr Thema dort: „Stammzell- und Antikörper-Therapie“. Ihre Doktorarbeit über die automatische Reduktion von Antikörperaggregaten im Bioreaktor krönte sie mit der Note „magna cum laude“. Dr. Alina Handl arbeitet bei Hoffmann-La Roche in Basel.

Lea Schuh

Ein weiterer Preis wurde Lea Schuh aus München zugesprochen. Sie besuchte die Grundschule in Dettingen und absolvierte ihr Abitur an der Oslo International School in Norwegen. Ihr internationales Abitur in den Fächern Mathematik, Physik und Chemie gelang ihr mit der Note 1,5. Das Bachelor-Studium an der TA München in Mathematik absolvierte die 26-Jährige mit der Note 1,3. Dem Bachelor folgte gleichfalls in München das Studium zum Master of Science mit einer glatten Eins. Seit 2018 arbeitet sie an ihrer Doktorarbeit im Helmholz-Zentrum in München in der Zellforschung.

Janina Faber

Ein dritter Preis ging an Janina Faber, die gleichfalls die Grundschule in Dettingen besucht hat. Am Hellenstein-Gymnasium legte sie ihr Abitur ab und schrieb sich danach an der Universität Regensburg mit dem Schwerpunkt Wertschöpfungsmanagement ein. Ihre Bachelorarbeit wurde mit der Note eins bewertet und mit dem Christa-Lindner-Preis 2014 gekrönt. Dem schloss sie ihr Masterstudium an, das sie mit Traumnoten abschloss. Ihre Auslandssemester absolvierte sie in Shanghai und Straßburg. Seit November 2018 arbeitet die 28-Jährige bei der Deloitte Consulting GmbH in München. Im Sport sieht die junge Wissenschaftlerin einen wichtigen Ausgleich.

Kevin Gerstmeier

Ein weiterer dritter Preis ging an Kevin Gerstmeier aus Dettingen. Er vertraute auf das Geschick seiner Hände und wurde nach Realschulabschluss an der Waldorfschule Schreiner. Seine Meisterprüfung legte er in Garmisch-Partenkirchen ab. Ihr folgte das Studium zum Raum-und Objektdesigner mit dem Thema Couch-Möbel, das mit der Note eins bewertet wurde. Der zweite Platz beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks im Schreinerhandwerk krönte seine Laufbahn. Derzeit baut Gerstmeier ein eigenes Designstudio in Dettingen auf. Seine Freizeit gilt den Bienen. Das Imkern habe er bei Andreas Müller in Heuchlingen gelernt.

Elf Bewerbungen

Elf hochkarätige Bewerbungen der Gerstetter Alb, davon acht weibliche und drei männliche, seien heuer bei der Stiftung eingegangen, stellte Bürgermeister Roland Polaschek in seiner Rede fest. Vom Kuratorium wurden letztlich vier junge Persönlichkeiten für preiswürdig empfunden.73 Prozent der Bewerbungen um den diesjährigen Preis seien von Frauen gekommen und drei Viertel der Preisträger seien weiblichen Geschlechts, stellte der Bürgermeister fest und wollte sich auf eine Diskussion um Quoten erst gar nicht einlassen. Allein die Qualität setze sich am Ende durch. Auffällig war für ihn jedoch ,dass sich die Preisträgerinnen allesamt in den naturwissenschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Fächern qualifiziert hätten.

Stiftung in Zahlen


Der Vorsitzende der Stiftung „Preis der Gerstetter Wirtschaft“ nannte in seiner Rede einige Zahlen:

Für die Dotierung der Preisträger übernehme die EnBW ODR und die Kreissparkasse Heidenheim jeweils einen ersten (je 1000 Euro) und einen dritten Preis (je 500 Euro). Das Honorar für einen zweiten Preis (750 Euro) floss an die Stiftung zurück, nachdem die Preisträgerin bedingt durch ihren USA-Aufenthalt nicht anwesend sein konnte.

Das Stiftungskapital betrage, so Truckenmüller, 114 714 Euro, dahinter stünden 46 Stifter. 304 Euro an Zinsen habe man im Rechnungsjahr 2019 verbuchen können. Neun Stifter hätten im Jahr 2019 zusammen 8700 Euro gespendet. Für das angelaufene Jahr 2020 seien von drei Spendern bereits 2450 Euro eingegangen. bi