Gerstetten / Ulrich Bischoff Nach zwölf Jahren als Hausdirektorin hat Bianca Menden Gerstetten verlassen. Ihre Aufgaben übernimmt künftig Anja Fuchs, die nun bei einer kleinen Feier offiziell begrüßt wurde. Ihr und ihren Mitarbeitern stehen große Veränderungen ins Haus.

Am Wochenende vollzog sich im Pflegezentrum an der Goethestraße ein bedeutender Wechsel: Bianca Menden, die das Haus seit 2008 als Hausdirektorin geleitet hat, nahm Abschied. Die gelernte Altenpflegerin geht nach Dornstadt und leitet dort künftig das Geriatrium der Evangelischen Heimstiftung.

Gerstetten als Chance

Die Nachfolge der beliebten Direktorin trat am 1. Juli Anja Fuchs an. Unter dem Hohenstaufen aufgewachsen, wandte sich Fuchs nach ihrem Bundesfreiwilligendienst dem Studium der Gesundheitswissenschaft in Kempten zu und sammelte in Bad Mergentheim und in Fichtenau erste Erfahrungen in der Hausdirektion. Gerstetten versteht sie als große Chance. Mit den Aufgaben einer Hausleitung habe sie ihren Wunschberuf gefunden.

„Chance und Bürde“ versprach ihr dazu der Hauptgeschäftsführer der Evangelischen Heimstiftung Bernhard Schneider vor einem großen Kreis geladener Gäste, für die die Helferinnen im Garten des Zentrums Bänke und Stühle aufgestellt hatten.

Kräftig aufgewirbelt hatte den Sommertag die sechsköpfige Band „Erpfenbrass“ mit ihren Rhythmen und gerne mitgeklatscht hatten die Bewohner des Pflegeheims, denen die Helferinnen Schattenplätze unter den Kastanien des Parks zugewiesen hatten.

Mit herzlichen Worten würdigte Bernhard Schneider die Arbeit der scheidenden Bianca Menden. Sie lasse in Gerstetten viel Herzblut und ein sehr gut geführtes Haus zurück. Ihren Entschluss aber, die Herausforderung in Dornstadt anzunehmen, hielt Schneider für „mutig und richtig“. Anja Fuchs überreichte er für den Start in Gerstetten eine Bibel. In deren Geist geschehe die Arbeit in den Häusern der Heimstiftung. Bianca Menden fiel der Abschied sichtlich schwer. Die Hilfen, die sie in Gerstetten erfahren habe, hätten sie beeindruckt und Lob und Kritik hätten ihr geholfen.

Ein paar Tränen waren nicht zu vermeiden

Als sie auf die Zusammenarbeit mit ihren Kolleginnen zu sprechen kam, verlor sie für Momente die Fassung und musste mit den Tränen kämpfen. Pfarrer Michael Maisenbacher tröstete sie, sprach ihr ein Segenswort zu und dankte ihr für die stets vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Auch Bürgermeister Roland Polaschek verabschiedete die Hausdirektorin „mit einem weinenden Auge“. Ein großes Herz und viel Sachverstand bescheinigte er ihr. Mit Freude begrüßte er Anja Fuchs, der ein Erweiterungsbau auf künftig 60 Plätze ins Haus stehe. Aber Fuchs, so sein Eindruck, „wird dies alles gut machen“.

Erweiterungsbau ist notwendig

Sibylle Schuhmann, die Landrat Peter Polta vertrat, würdigte die zuverlässige Arbeit von Bianca Menden und unterstrich die Notwendigkeit des Erweiterungsbaues, zumal ein zweites Heim in Gerstetten aufgegeben werden musste. Im Zentrum des bestehenden Heimes, so Schuhmann, habe auch der Ortsseniorenrat mit seiner PC-Gruppe Aufnahme gefunden, ebenso der ambulante Dienst mit Manfred Sennewald.

Von ersten gezogenen Bodenproben sprach Regionaldirektor Jan Mehner im Blick auf den bevorstehenden Erweiterungsbau, der dem Zentrum 25 neue Pflegeplätze bringe. Die neue Hausleiterin Anja Fuchs habe er als starke Persönlichkeit, als bedacht und umsichtig kennengelernt. Sie übernehme ein Vorzeigehaus und werde es mit sicherer Hand weiterentwickeln.

Die Evangelische Heimstiftung

Die Evangelische Heimstiftung wurde 1952 gegründet. Als Dienstleister unterhält die Stiftung in Baden-Württemberg 90 Pflegeheime 33 Mobile Dienste, 16 Tagespflegen, eine Rehabilitationsklinik und betreut 11 400 Kunden. Die Stiftung ist Arbeitgeber von 8400 Mitarbeitern und 830 Auszubildenden.